Baum drohte der Tod

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Er musste deswegen nicht auf einmal zur√ľckgeschnitten werden

W√ľrde ein an der Grundst√ľcksgrenze stehender Baum durch den vom Nachbarn geforderten, grunds√§tzlich berechtigten R√ľckschnitt in seiner √úberlebensf√§higkeit bedroht, dann k√∂nnen zun√§chst auch etwas schonendere Ma√ünahmen angebracht sein. So entschied es nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS ein Zivilgericht.

(Landgericht Koblenz, Aktenzeichen 13 S 8/21)

Das Urteil im Detail

Der Fall: Ein Grundst√ľcksnachbar hatte im Prinzip Anspruch auf den R√ľckschnitt eines Walnussbaumes. Dessen √ľberh√§ngende √Ąste verschatteten nicht nur seinen Pool, auch der erh√∂hte Laub- und Fruchteintrag auf das Grundst√ľck stellte ein Problem dar. Die beiden Parteien hatten schon Jahre zuvor vereinbart, dass der √úberhang gegebenenfalls beseitigt werden m√ľsse. Der Eigent√ľmer des Baumes schritt auch zur Tat und k√ľrzte die √Ąste, doch das reichte den Nachbarn nicht. Es kam zu einem Rechtsstreit.

Das Urteil: Die Richter des Landgerichts gaben dem Besitzer des Walnussbaumes recht. Er hatte betont, dass ein allzu drastisches R√ľckschneiden die Pflanze in ihrer √úberlebensf√§higkeit bedrohen k√∂nnte und man deswegen vorsichtiger zu Werke gehen m√ľsse. Deswegen entschieden die Richter, dass ein Zur√ľckschneiden √ľber mehrere Jahre erfolgen m√ľsse. Auf Grund seines Alters genie√üe dieser Baum Bestandsschutz. Das √§ndere aber nichts am langfristigen Anspruch des Nachbarn auf Beschneidung.