Löschwasserversorgung / Erben (SPD) warnt vor Blockaden bei bewährten Löschwasserkissen

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Nach dem Großbrand in Osterwieck (Landkreis Harz) zum Jahreswechsel sind erhebliche Probleme bei der Löschwasserversorgung bekannt geworden. Medienberichten zufolge durften sogenannte Löschwasserkissen vor Ort nicht installiert werden, da es an einer Anerkennung dieser Systeme als Löschwasserspeicher fehle. Als Begründung seien unter anderem mögliche Beschädigungen oder das Einfrieren des Wassers angeführt worden, berichtete die Volksstimme* am 3. Januar 2026.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rüdiger Erben (Foto), zeigt sich überrascht über das Vorgehen des Landkreises Harz gegenüber seinen Kommunen:

„In anderen Landkreisen sind die Löschwasserkissen seit Jahren Standard. In meinem Heimatlandkreis dienen dutzende dieser Kissen als Löschwasserspeicher alternativ zu teuren Zisternen.“ Ein Ausbau des Trinkwasserleitungsnetzes sei gerade in kleinen Orten ohnehin keine realistische Option. „Ein Ausbau des Trinkwasserleitungsnetzes kommt wegen der geringen Abnahmemengen in kleinen Orten aus hygienischen Gründen nicht in Frage“, so Erben.

Sollte es tatsächlich Aussagen des Innenministeriums geben, wonach das Löschwasser in den Kissen gefriere, müsse dies aus seiner Sicht zügig klargestellt werden. „Löschwasser in modernen, frostfreien Löschwasserkissen friert nicht ein, da diese Systeme speziell für den Einsatz auch bei Minustemperaturen bis -30 °C konzipiert sind.“ Erben verweist darauf, dass die Systeme aus flexiblem Gewebe bestehen und über unterirdische, frostfreie Saugstellen verfügen. „Bei sehr tiefen Temperaturen bildet sich im oberen Bereich lediglich ein dünner Eisfilm, während das Wasser darunter flüssig bleibt und nutzbar ist.“

Für Erben ist entscheidend, dass Kommunen bei der Sicherstellung der Löschwasserversorgung praktikable Lösungen einsetzen können. „Löschwasserkissen sind zuverlässige Löschwasserspeicher. Kommunen dürfen bei deren Einsatz keine Steine in den Weg gelegt bekommen.“

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Text/Foto: SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt am 03. Januar 2026