Kein Wehrzwang ohne Anhörung der betroffenen Generation

Veröffentlicht in: NACHRICHTEN | 0

Zu der aktuellen Debatte um die WiedereinfĂŒhrung einer Wehrpflicht sagt Jan van Aken (Foto), Vorsitzender der Partei Die Linke:

Schon wenige Wochen nach Vorstellung des Koalitionsvertrags wird deutlich, was die SPD da eigentlich unterschrieben hat: Es geht um den Zwang zum Dienst an der Waffe, auch wenn Vertreter der SPD noch versucht hatten, das zu verschleiern. Die Scharfmacher in der CDU drĂ€ngen auf die verbindliche Aktivierung der Wehrpflicht und wollen junge MĂ€nner zum Wehrdienst zwingen. Pistorius und Klingbeil mĂŒssen die Reißleine ziehen. Andernfalls liefern sie eine halbe Generation junger Menschen an Spahn und Merz aus.

Es ist kein Wunder, dass heute kaum jemand freiwillig bei der Bundeswehr mitmachen will. Nach Jahrzehnten blutiger AuslandseinsĂ€tze, die nichts mit Landesverteidigung zu tun hatten und haben, gibt es kaum Interesse daran, Soldatin oder Soldat zu werden. Wer die Bundeswehr ĂŒber viele Jahre zur globalen Interventionstruppe umgebaut hat und nun feststellen muss, dass sie ihrer Aufgabe der Landesverteidigung nur noch eingeschrĂ€nkt gerecht werden kann, hat offensichtlich große Fehler begangen.

Die Linke stellt sich gegen jeden Zwangsdienst und erst recht gegen den Wehrzwang. Sollte die Koalition wider alle Vernunft bei ihren PlĂ€nen bleiben, die Wehrpflicht scharf zu stellen, fordern wir vorgelagert eine Volksbefragung bei den 16- bis 25-JĂ€hrigen zur grundsĂ€tzlichen Frage der Zwangsdienste. Die jungen Menschen wĂ€ren fundamental betroffen. Sie mĂŒssen dazu gehört werden.

Quelle: Die Linke Parteivorstand am 16. Juni 2025

Foto: Jan van Aken (c) Rosa-Luxemburg-Stiftung