Inflationsrate schwÀcht sich im Dezember 2022 ab, bleibt aber mit +8,6 % auf hohem Stand

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Verbraucherpreisindex, Dezember und Jahr 2022

+8,6 % zum Vorjahresmonat (vorlÀufiges Ergebnis bestÀtigt)

-0,8 % zum Vormonat (vorlÀufiges Ergebnis bestÀtigt)

+7,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 gegenĂŒber 2021 (vorlĂ€ufiges Ergebnis bestĂ€tigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Dezember und Jahr 2022

+9,6 % zum Vorjahresmonat (vorlÀufiges Ergebnis bestÀtigt)

-1,2 % zum Vormonat (vorlÀufiges Ergebnis bestÀtigt)

+8,7 % im Jahresdurchschnitt 2022 gegenĂŒber 2021 (vorlĂ€ufiges Ergebnis bestĂ€tigt)

Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2022 um 7,9 % gegenĂŒber 2021 erhöht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag die Jahresteuerungsrate damit deutlich höher als in den vorangegangenen Jahren. So hatte sie im Jahr 2021 noch bei +3,1 % gelegen. „Die historisch hohe Jahresteuerungsrate wurde vor allem von den extremen Preisanstiegen fĂŒr Energieprodukte und Nahrungsmittel seit Beginn des Kriegs in der Ukraine getrieben“, sagt Dr. Ruth Brand, seit 1. Januar 2023 neue PrĂ€sidentin des Statistischen Bundesamtes. Im Dezember 2022 lag die Inflationsrate – gemessen als VerĂ€nderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – bei +8,6 %. Sie schwĂ€chte sich damit zum Jahresende ab, blieb aber auf einem hohen Stand.

Hohe Inflationsrate 2022 geprÀgt von krisen- und kriegsbedingten Sondereffekten

Die monatlichen Inflationsraten waren im gesamten Jahr 2022 hoch und erreichten im September die 10-Prozent-Marke. Der höchste Wert wurde im Oktober 2022 mit +10,4 % ermittelt. „Krisen- und kriegsbedingte Sondereffekte wie LieferengpĂ€sse und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen prĂ€gten den gesamten Jahresverlauf. Auch wenn diese Preiserhöhungen nicht vollstĂ€ndig an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, wurden fĂŒr sie besonders Energie und Nahrungsmittel spĂŒrbar teurer“, so Brand weiter. „Die außergewöhnlich hohen monatlichen Inflationsraten wurden 2022 zeitweise durch Entlastungsmaßnahmen abgemildert. Dazu gehörten neben dem 9-Euro-Ticket, dem Tankrabatt und dem Wegfall der EEG-Umlage auch die Senkung der Umsatzsteuer auf Gas und FernwĂ€rme sowie die einmalige Übernahme der Gas- und WĂ€rmerechnung fĂŒr den Monat Dezember.“

Im Jahresdurchschnitt 2022 verteuerten sich vor allem die Energieprodukte um 34,7 %

Die Energieprodukte verteuerten sich 2022 gegenĂŒber dem Vorjahr deutlich um 34,7 %, nach einem Anstieg um 10,4 % im Jahr 2021. FĂŒr die Verbraucherinnen und Verbraucher gab es 2022 krĂ€ftige Preiserhöhungen bei der Haushaltsenergie (+39,1 %). Besonders deutlich erhöhten sich die Preise fĂŒr leichtes Heizöl (+87,0 %) und Erdgas (+64,8 %). Auch andere Haushaltsenergieprodukte wurden teurer, zum Beispiel kostete Strom 20,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Kraftstoffe verteuerten sich im Jahresdurchschnitt um 26,8 %, betroffen waren alle Kraftstoffsorten, aber im unterschiedlichen Ausmaß (zum Beispiel Diesel: +39,6 %; Super: +21,8 %). Die Entlastungsmaßnahmen aufgrund der hohen Energiepreise milderten die Teuerung von Energie im Jahresverlauf temporĂ€r ab. Ohne BerĂŒcksichtigung der Energiepreise hĂ€tte die Jahresteuerungsrate 2022 nur bei +4,9 % gelegen.

Preise fĂŒr Nahrungsmittel erhöhten sich 2022 gegenĂŒber 2021 um 13,4 %

Die Preise fĂŒr Nahrungsmittel erhöhten sich 2022 gegenĂŒber 2021 um 13,4 %. 2021 hatte die Preissteigerung noch bei +3,2 % gelegen. Im Jahresdurchschnitt 2022 waren alle Nahrungsmittelgruppen von Preissteigerungen betroffen. Überdurchschnittlich stark verteuerten sich Speisefette und Speiseöle (+36,2 %, darunter Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Ähnliches: +63,9 %; Butter: +39,1 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+19,7 %). Auch andere Nahrungsmittelgruppen wie Fleisch und Fleischwaren (+14,6 %) oder Brot und Getreideerzeugnisse (+13,5 %) wurden 2022 ĂŒberdurchschnittlich teurer gegenĂŒber 2021.

Die Jahresteuerungsrate ohne BerĂŒcksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln lag 2022 bei +4,0 % und damit nur etwa halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate.

Preise fĂŒr Waren erhöhten sich 2022 gegenĂŒber 2021 um 13,5 %, Dienstleistungen um 2,9 %

Waren insgesamt verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2022 gegenĂŒber 2021 um 13,5 %, maßgeblich bestimmt durch gestiegene Preise fĂŒr VerbrauchsgĂŒter (+18,0 %), zu denen die Energieprodukte und Nahrungsmittel gehören. Die Preise fĂŒr GebrauchsgĂŒter erhöhten sich um 5,3 %, unter anderem wurden Fahrzeuge (+ 8,7 %, darunter Gebrauchtwagen: +21,2 %) sowie Möbel und Leuchten (+7,9 %) deutlich teurer.

Die Preise fĂŒr Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 %. Die fĂŒr diese Entwicklung bedeutsamen Nettokaltmieten erhöhten sich im Jahresdurchschnitt um 1,8 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stĂ€rker, unter anderem fĂŒr GaststĂ€tten- und Beherbergungsdienstleistungen (+7,4 %) sowie fĂŒr die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+6,4 %). Teurer wurden beispielsweise auch Brief- und Paketdienstleistungen (+3,1 %). Es kam 2022 bei den Dienstleistungen aber auch zu einigen PreisrĂŒckgĂ€ngen. So vergĂŒnstigten sich die Preise fĂŒr die Telekommunikation (-1,2 %) sowie fĂŒr Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (-1,7 %), letztere durch die Umsetzung der Pflegereform zum 1. Januar 2022. Zudem wirkte sich das 9-Euro-Ticket auf die Preise im öffentlichen Personennahverkehr aus: Im Jahresdurchschnitt 2022 gingen dadurch die Preise fĂŒr Bahntickets im Nahverkehr um 8,8 % sowie fĂŒr den kombinierten Verkehr um 14,3 % zurĂŒck.

Inflationsrate schwÀchte sich im Dezember 2022 vor allem wegen geringerer Energiepreise ab

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Dezember 2022 bei +8,6 %, nach +10,0 % im November 2022. Im Dezember 2022 ging vor allem der Preisanstieg fĂŒr Energie zurĂŒck und lag noch bei +24,4 %, nach +38,7 % im November 2022. Ein wesentlicher Grund fĂŒr den RĂŒckgang war die „Dezember-Soforthilfe“, eine der Maßnahmen aus dem dritten Entlastungspaket der Bundesregierung. Danach entfiel fĂŒr einen Teil der privaten Haushalte die monatliche Abschlagszahlung fĂŒr Erdgas und FernwĂ€rme und sorgte dafĂŒr, dass die Teuerungsrate im Dezember 2022 fĂŒr Erdgas mit +26,1 % deutlich niedriger lag als in den Monaten davor. FernwĂ€rme war sogar um 17,5 % gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor. Im November 2022 hatten die Teuerung fĂŒr Erdgas bei +112,2 % und fĂŒr FernwĂ€rme bei +36,6 % gelegen. Zudem fiel der Preisanstieg auch fĂŒr andere Energieprodukte etwas geringer aus, so verteuerten sich leichtes Heizöl um 45,0 % und Kraftstoffe um 8,9 % binnen Jahresfrist. Der Strompreis gab jedoch nicht nach und lag im Dezember 27,2 % höher als im Vorjahresmonat. Auch bei den Nahrungsmittelpreisen gab es keine deutliche Entspannung, diese erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 20,7 %. Hier wurden im Dezember 2022 bei allen Nahrungsmittelgruppen Preiserhöhungen beobachtet.

Ohne BerĂŒcksichtigung der Preise fĂŒr Nahrungsmittel und Energie hĂ€tte die Inflationsrate im Dezember 2022 bei +5,2 % gelegen, ohne Energie bei +6,8 %.

Waren verteuerten sich gegenĂŒber Dezember 2021 um 13,9 %, Dienstleistungen um 3,9 %

Auch infolge der Kriegs- und Krisensituation verteuerten sich wie bereits in den Vormonaten andere Waren und Dienstleistungen. Die Preise fĂŒr Waren insgesamt erhöhten sich im Dezember 2022 gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 13,9 %. Neben der Energie und den Nahrungsmitteln wurden GebrauchsgĂŒter teurer (+6,8 %, darunter Möbel und Leuchten: +10,1 %; Bekleidungsartikel: +5,1 %). Die Preise fĂŒr Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,9 %, darunter verteuerten sich die Nettokaltmieten mit +1,9 %. Deutlich teurer waren beispielsweise GaststĂ€tten- und Beherbergungsdienstleistungen (+9,6 %) sowie Leistungen fĂŒr Friseur und Körperpflege (+7,5 %). Hingegen wurden nur wenige Dienstleistungen gĂŒnstiger, unter anderem die Telekommunikation (-1,2 %).

Im Vormonatsvergleich sanken vor allem Energiepreise insgesamt um 11,6 %

Im Vergleich zum November 2022 sank der Verbraucherpreisindex im Dezember 2022 um 0,8 %. Ein wesentlicher Grund war der PreisrĂŒckgang bei Energie mit -11,6 % gegenĂŒber dem Vormonat. Deutliche PreisrĂŒckgĂ€nge gab es bei Erdgas (-39,1 %) und FernwĂ€rme (-39,6 %) infolge der „Dezember-Soforthilfe“. Auch die Preise fĂŒr leichtes Heizöl (-12,1 %) und Kraftstoffe (-8,9 %) gaben nach, dagegen wurde Strom etwas teurer (+0,4 %). DarĂŒber hinaus mussten die privaten Haushalte erneut mehr fĂŒr Nahrungsmittel bezahlen (+0,8 %). Ebenso zogen im Dezember 2022 die Bahnpreise fĂŒr Fahrten im Zuge der jĂ€hrlichen TarifĂ€nderungen an (+3,1 %, darunter Nahverkehr: +3,9 %).

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