Magdeburg. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) hat erneut an fünf Privatdozent:innen den Titel „außerplanmäßige Professorin“ bzw. „außerplanmäßiger Professor“ (APL) an der Medizinischen Fakultät verliehen. Der Titel wird von der OVGU an Habilitierte vergeben, die sich in Forschung und Lehre nach Ansicht der Fakultät hervorragend bewährt haben.
Die Ernennungen im Überblick
PD Dr. med. Susanne Vogt, Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
seit 05.02.24 APL-Professorin
Zur Person:
PD Dr. med. Susanne Vogt, Jahrgang 1985, studierte Medizin in Halle (Saale). Sie promovierte an der Universität Mainz und habilitierte 2017 an der Universität Magdeburg. Die Ausbildung zur Fachärztin für Neurologie erfolgte in Magdeburg. Sie verfügt über die Zusatzbezeichnungen Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Notfallmedizin. Seit 2023 ist sie in der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Magdeburg tätig.
In ihrer Forschung konzentriert sich die Neurologin auf die psychischen Belastungen und Optimierung des Symptommanagements bei schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen sowie auf das patientenzentrierte Schmerzmanagement bei psychischer Komorbidität und somatischen Grunderkrankungen. Zusätzlich führt sie Studien zur Validierung und Entwicklung von Patient-reported Outcome Measures mittels mathematischer Modelle durch und engagiert sich in der bildgebenden Forschung und Biomarker-Analyse. An der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie transferiert sie die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse in innovative Ansätze auf dem Gebiet der translationalen Therapieforschung zur Prävention fortschreitender Chronifizierung und zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.

Prof. Dr. med. Jazan Omari, Klinikum Frankfurt (Oder)
seit 01.01.2024 APL-Professor
Zur Person:
Prof. Dr. med. Jazan Omari, Jahrgang 1990, studierte Humanmedizin in Hamburg, wo er 2017 auch im Bereich der experimentellen Pathologie promovierte. Die Habilitation erfolgte 2020 in der experimentellen Radiologie der Universitätsmedizin Magdeburg. Im April 2023 wurde Omari auf die W2-Professur für Interventionelle Radiologie an die Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin Magdeburg berufen. Im Anschluss wechselte er als Chefarzt an das Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie des Klinikums Frankfurt (Oder).
Sein Forschungsinteresse liegt in der bildgeführten Tumortherapie sowie den Einflussfaktoren auf die Tumorbiologie, die den Erfolg lokaler Tumortherapien und spezifischer Tumorveränderungen vorhersagen können. Der Radiologe führt dazu Studien zur Wirksamkeit lokaler Therapien durch, wobei die CT-gestützte interstitielle Brachytherapie zu seinen Spezialgebieten zählt.

PD Dr. med. Stefan Sammito, Zentrum für Luft- und Raumfahrmedizin der Luftwaffe Köln/Institut für Arbeitsmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
seit 29.12.23 APL-Professor
Zur Person:
PD Dr. med. Stefan Sammito, Jahrgang 1978, studierte Humanmedizin in Düsseldorf und Bochum. Die Promotion erfolgte an der Universität Mainz und die Habilitation in Magdeburg. Er ist Facharzt für Arbeitsmedizin sowie für Allgemeinmedizin und besitzt die Zusatzbezeichnungen Notfall-, Sport- und Ernährungsmedizin. Als Berufssoldat leitet er das Dezernat für Experimentelle Flugmedizinische Forschung im Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe in Köln. Zugleich ist er Gastwissenschaftler der Universität Magdeburg und leitet seit 2019 die AG „Luft- und Raumfahrtmedizin“ sowie „Prävention und Gesundheitsförderung“ im Bereich Arbeitsmedizin an der Medizinischen Fakultät Magdeburg.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Gebieten der Arbeitsphysiologie, der Gesundheitsförderung, Prävention und der Flugmedizin. Unter anderen untersucht er die Belastungen und Beanspruchungen von Besatzungsmitgliedern u.a. bei Ultralangstreckenflügen. Gemeinsame Forschungsuntersuchungen mit der Europäischen Weltraumagentur esa haben das Ziel, die notfallmedizinische Diagnostik an Bord der ISS und bei anstehenden Langzeitmissionen zum Mond und später zum Mars zu optimieren.

PD Dr. rer. nat. Sven Halbedel, Robert Koch-Institut Wernigerode/Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Ott-von-Guericke-Universität Magdeburg
seit 10.11.2023 APL-Professor
Zur Person:
PD Dr. rer. nat. Sven Halbedel, Jahrgang 1978, absolvierte ein Humanbiologie-Studium in Greifswald. Die Promotion erfolgte in Göttingen und die Habilitation an der Universität Magdeburg. Seit 2009 ist Halbedel für das Robert Koch-Institut am Standort Wernigerode tätig. Seit 2011 ist er dort Leiter einer Forschungsgruppe und seit 2019 stellv. Leiter des Konsiliarlabors für Listerien.
In seiner Forschung befasst sich der Mikrobiologe mit den molekularen Grundlagen der Zellteilung und Zellwandbiosynthese Gram-positiver Bakterien sowie der molekularen Epidemiologie und Pathogenomik von Listeria monocytogenes. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Wahrnehmung und Entgiftung neuartiger antimikrobieller Wirkstoffe.

PD Dr. med. Stefan Fest, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Städtischen Klinikums Dessau/Universitätskinderklinik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
seit 10.11.2023 APL-Professor
Zur Person:
PD Dr. med. Stefan Fest, Jahrgang 1975, hat Humanmedizin in Berlin studiert und dort auch an der Charité – Universitätsmedizin Berlin promoviert. Die Habilitation erfolgte an der Universität Magdeburg. Von 2020 – 2022 absolvierte Fest den Masterstudiengang Health Business Administration (MHBA) an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Facharztausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin erfolgte an der Universitätskinderklinik Leipzig. Von 2008 bis 2012 leitete er die Nachwuchsgruppe Pädiatrische Immuntherapie an der Universitätskinderklinik Magdeburg. Seit 2021 ist Fest Chefarzt der Kinderklinik des Städtisches Klinikums Dessau und als Gastwissenschaftler am Department für Umweltimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) tätig.
Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Immunregulation beim Neuroblastom, dem häufigsten soliden Tumor außerhalb des Gehirns im Kindesalter. Außerdem erforscht er die Interaktion zwischen Immunzellen in der feto-maternalen Kontaktzone und deren Modulation durch Umweltfaktoren. Die Untersuchung genetischer und Umweltfaktoren, die die kindliche Entwicklung beeinflussen, sowie Aspekte der Pädiatrischen Versorgungsforschung zählen ebenfalls zu seinen Forschungsinteressen.

Hintergrund:
In Sachsen-Anhalt wird die „außerplanmäßige Professur“ auf der Grundlage von § 48 Abs. 3 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) verliehen. Vorausgesetzt wird, dass ein Privatdozent oder eine Privatdozentin vor der Ernennung in der Regel vier Jahre erfolgreich in Lehre und Forschung tätig war.
Quelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg / Friederike Süssig-Jeschor
