Apfelernte 2022 um 10,3 % √ľber dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre

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Der Apfel ist das mit gro√üem Abstand am meisten geerntete Baumobst in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand endg√ľltiger Ernteergebnisse mitteilt, wurden im Jahr 2022 rund 1,1 Millionen Tonnen √Ąpfel geerntet. Damit lag die diesj√§hrige Apfelernte etwa 66 000 Tonnen oder 6,6 % √ľber dem Niveau des Vorjahres. Die Anbaufl√§che f√ľr √Ąpfel nahm im gleichen Zeitraum um rund 520 Hektar oder 1,5 % ab. Im Vergleich zum langj√§hrigen Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2021 fiel die Apfelernte 2022 etwa 100 000 Tonnen und damit 10,3 % h√∂her aus. Nach den besonders guten Erntejahren 2014 und 2018 mit jeweils √ľber 1,1 Millionen Tonnen liegt die Apfelernte 2022 auf Platz drei der ertragreichsten Apfelernten der letzten zehn Jahre. Ausschlaggebend war zum einen der gute Fruchtansatz im Fr√ľhjahr und zum anderen der witterungsbedingt geringe Krankheits- und Sch√§dlingsbefall.

Eine besondere Bedeutung f√ľr die heimische Apfelernte haben die beiden gr√∂√üten deutschen Apfelanbaugebiete Altes Land (Niedersachsen und Hamburg) und Bodensee (Baden-W√ľrttemberg). In Baden-W√ľrttemberg wurden im Jahr 2022 mit 374 400 Tonnen die meisten √Ąpfel geerntet, gefolgt von Niedersachsen mit 313 700 Tonnen. Damit lag die Erntemenge in Baden-W√ľrttemberg 16,7 % und in Niedersachsen 15,2 % √ľber dem langj√§hrigen Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2021. Allein diese zwei Bundesl√§nder erzeugten im Erntejahr 2022 rund zwei Drittel (64,2 %) der in Deutschland geernteten √Ąpfel.

Die meisten √Ąpfel wurden als Tafelobst verkauft

Von der gesamten Apfelernte wurden 765 800 Tonnen (71,5 %) als Tafelobst zum Verkauf angeboten. Als Verwertungs- oder Industrieobst, etwa zur Produktion von Fruchtsaft, Konserven oder Apfelwein, wurden 283 800 Tonnen und somit gut ein Viertel der Ernte (26,5 %) verwendet. Die verbleibenden 21 400 Tonnen wurden aufgrund von Eigenverbrauch, Lager- oder Verarbeitungsverlusten nicht vermarktet.

Pflaumenernte gut 17 % √ľber Vorjahresniveau

Die Menge geernteter Pflaumen und Zwetschen lag 2022 mit 46 800 Tonnen deutlich √ľber dem Vorjahreswert von 39 900 Tonnen. Dies bedeutet eine Steigerung um 17,4 %. Die Anbaufl√§che f√ľr Pflaumen nahm im gleichen Zeitraum um rund 76 Hektar und damit 1,8 % ab. Die durchschnittliche Erntemenge der vergangenen zehn Jahre (44 400 Tonnen) wurde um 5,6 % √ľberschritten. Grund f√ľr die gute Pflaumen- und Zwetschenernte 2022 waren g√ľnstige Witterungsbedingungen, welche vielerorts zu einem guten Fruchtansatz und ertragreichen B√§umen f√ľhrten. Hinzu kommt, dass Pflaumen und Zwetschen zu den alternierenden Baumobstarten geh√∂ren, welche nach einem ertragsschwachen Erntejahr (wie 2021) meist im darauffolgenden Jahr eine gute Ernte bringen.

Die wichtigsten Bundesl√§nder bei der Pflaumenernte waren wie schon in den Vorjahren Baden-W√ľrttemberg mit 18 200 Tonnen und Rheinland-Pfalz mit 11 000 Tonnen. Die Erntemenge dieser beiden L√§nder in H√∂he von 29 200 Tonnen umfasste 62,3 % der diesj√§hrigen deutschen Pflaumenernte.

An der gesamten erfassten Erntemenge von 1,2 Millionen Tonnen Baumobst im Jahr 2022 hatten √Ąpfel einen Anteil von rund 88,7 %. Der Anteil von Pflaumen und Zwetschen lag bei 3,9 %. Zus√§tzlich wurden in Deutschland 38 500 Tonnen S√ľ√ükirschen (3,2 %), 36 300 Tonnen Birnen (3,0 %), 10 200 Tonnen Sauerkirschen (0,8 %) sowie 4 500 Tonnen Mirabellen und Renekloden (0,4 %) geerntet.

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