Willingmann sieht Sachsen-Anhalt bei der StĂ€rkung des Hochwasserschutzes an den FlĂŒssen auf gutem Weg
Sachsen-Anhalt kommt mit der StĂ€rkung des Hochwasserschutzes an den FlĂŒssen des Landes gut voran. Das geht aus der Zwischenbilanz zur Hochwasserstrategie des Landes hervor, die Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann (Foto) am heutigen Dienstag im Kabinett vorgestellt hat. âDas Glas ist dreiviertel vollâ, betonte Willingmann mit Blick auf die Bilanz neuer und sanierter Hochwasserschutzanlagen.â Seit der Jahrhundertfluten 2002 und 2013 entlang der Elbe sei viel investiert worden. âDas Leben an den FlĂŒssen unseres Landes, allen voran entlang der Elbe, ist deutlich sicherer gewordenâ, so der Minister. âDas hat sich auch im Winterhochwasser vor zwei Jahren gezeigt, als alle Anlagen landesweit standhielten.â
Angesichts des fortschreitenden Klimawandels sei es aber zwingend notwendig, weiter konsequent in den Hochwasserschutz zu investieren. âWir dĂŒrfen die Augen vor dem auch bei uns im Lande fortschreitenden Klimawandel nicht verschlieĂen. Starkregen und damit einhergehende Hochwasser an den FlĂŒssen kommen immer hĂ€ufiger vorâ, erklĂ€rte Willingmann. âDeshalb ist jeder Euro fĂŒr den Hochwasserschutz nicht nur gut angelegtes Geld, um SchĂ€den zu vermeiden. Wir retten damit im Zweifelsfall auch Menschenleben.â
Die Hochwasserstrategie âStabil im Klimawandelâ bĂŒndelt alle MaĂnahmen, mit denen das Land den Schutz von Menschen, Siedlungen und Infrastruktur nachhaltig stĂ€rkt. Ein zentrales Ziel ist es, technische MaĂnahmen wie Deichsanierungen mit natĂŒrlichem Hochwasserschutz â etwa DeichrĂŒckverlegungen und Flutpoldern â zu verbinden. âNur wenn wir den FlĂŒssen mehr ĂberflutungsflĂ€chen zurĂŒckgeben, schaffen wir dauerhaft Sicherheit fĂŒr die Regionen entlang von Elbe, Saale und Muldeâ, erlĂ€uterte Willingmann. Aktuell entsprechen 1.045,4 Kilometer Deiche (76 Prozent) den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Bei 228,8 Kilometern Deich (17 Prozent) besteht ein Anpassungsbedarf, weil etwa ein Verteidigungsweg fehlt oder die Anlage weiter erhöht werden muss. 99,5 Kilometer Deich (7 Prozent) gelten als nicht standsicher. Es handelt sich hierbei aber oftmals um Anlagen, die beispielsweise im Zuge von DeichrĂŒckverlegungen zurĂŒckgebaut werden sollen.
Die Landesstrategie âStabil im Klimawandelâ umfasst insgesamt 195 EinzelmaĂnahmen, davon 25 Daueraufgaben. Bis Ende 2024 konnten bereits 25 MaĂnahmen erfolgreich abgeschlossen werden, darunter zentrale Projekte wie die Sanierung des Gimritzer Damms in Halle (Investition: rund 4,9 Millionen Euro, Fertigstellung 2022) oder der erste Bauabschnitt des Hochwasserschutzes Bernburg (4,43 Millionen Euro, Fertigstellung Juni 2025). Auch die DeichrĂŒckverlegung bei Klietznick fĂŒr rund vier Millionen Euro wurde im Juli 2025 fertiggestellt. Damit einher ging die Schaffung von rund 2.000 Hektar RetentionsflĂ€che. Aktuell befinden sich 116 MaĂnahmen in verschiedenen Stadien der Umsetzung, Planung oder Vorbereitung.
Neben baulichen Projekten setzt das Land auch auf moderne Vorhersage- und Informationssysteme. Die Hochwasservorhersagezentrale wurde technisch weiterentwickelt, Pegelnetze ausgebaut und Software optimiert. Zudem wurden Wasserwehren und Deichfachberater intensiv geschult. Mit der Förderrichtlinie âKLIMA IIIâ stellt das Umweltministerium zusĂ€tzlich 25 Millionen Euro fĂŒr Kommunen bereit, um MaĂnahmen gegen Hochwasser und Starkregen zu entwickeln.
Der Umsetzungsbericht ist auf den Internetseiten des Ministeriums abrufbar:
https://lsaurl.de/berichthochwasserstrategie
Text/Foto: Staatskanzlei und Ministerium fĂŒr Kultur des Landes Sachsen-Anhalt am 26. August 2025