Matthias Jügler erhält Klopstock-Preis 2022

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Sachsen-Anhalt. Der Schriftsteller Matthias Jügler wird mit dem diesjährigen Klopstock-Preis für neue Literatur ausgezeichnet. Er erhält den mit 12.000 Euro dotierten Hauptpreis für sein literarisches Gesamtwerk. Der mit 3.000 Euro dotierte Förderpreis geht an Marlen Pelny für ihr Roman-Debüt.

Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra gratuliert dem neuen Preisträger: „Matthias Jügler bereichert mit seinen Texten seit Jahren unsere Literaturlandschaft. Seine Werke zeigen beeindruckend, was Literatur zu leisten vermag, wenn sie sich engagiert mit gesellschaftlichen Konflikten in einem persönlichen Umfeld beschäftigt. Ich beglückwünsche Matthias Jügler zum diesjährigen Klopstock-Preis.

Matthias Jügler, geboren 1984 in Halle (Saale), hat in Greifswald, Oslo und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert. 2015 debütierte er mit dem Roman „Raubfischen“, 2021 folgte der zweite Roman „Die Verlassenen“. Darüber hinaus ist er Herausgeber zweier Anthologien, die sich mit Fragen der engagierten Literatur auseinandersetzen und darüber hinaus mit der Frage, wie die deutsche Vergangenheit die gegenwärtige Gesellschaft prägt.

Jügler überzeugte die Jury als ein Schriftsteller mit eigener Stimme, der auch als Herausgeber, Lektor und Diskutant in Literatur und Öffentlichkeit wirkt. „Matthias Jügler versteht es, auf uneindeutige Weise eine Atmosphäre zu erzählen, die von einem Dazwischen zeugt: zwischen Kind und Mann, allein und einsam, gehalten und im freien Fall, System und Rand. Stellvertretend für mehrere Generationen setzt er in seinem aktuellen Roman seine Figuren ihrem jeweiligen Verlassensein aus. Matthias Jügler erweist sich als eine besondere ostdeutsche Stimme im Chor der Gegenwartsliteratur“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Marlen Pelny, geboren 1981 in Halle (Saale), wird für ihren Debütroman „Liebe / Liebe“ (2021) mit dem Klopstock-Förderpreis ausgezeichnet. Die Jury begründet ihr Urteil: „Sowohl für das Schreckliche als auch für das Zärtliche und Schöne findet Pelny die jeweils angemessene, die richtige Sprache.“ Sie hat bereits zwei Gedichtbände veröffentlicht: „Auftakt“ (2007) und „Wir müssen nur noch die Tiere erschlagen“ (2011). In den Folgejahren veröffentlichte sie in Zeitschriften und Anthologien und erhielt einige Arbeits- und Aufenthaltsstipendien. Für die Arbeit an dem Roman-Manuskript wurde von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ein Arbeitsstipendium an sie vergeben.

„Marlen Pelny ist eine vielversprechende Schriftstellerin aus der Region. Sie hat ein Gespür für starke, poetische Bilder und schreckt nicht davor zurück, ernste aufwühlende Themen zu an die Oberfläche zu holen. Ich wünsche ihr für ihr weiteres Schaffen alles Gute“, beglückwünscht Robra.

Die feierliche Preisverleihung findet am 6. September 2022 in der Welterbestadt Quedlinburg statt.

Hintergrund

Seit 2015 verleiht das Land Sachsen-Anhalt jährlich den „Klopstock-Preis für neue Literatur“. Er stellt die höchste Auszeichnung des Landes auf Gebiet der Literatur dar. Eine hierfür eigens eingesetzte Jury bestimmt den Hauptpreisträger. Der Preis wird vergeben für ein deutschsprachiges Werk aus den letzten vier Jahren oder für eine literarisch wertvolle Gesamtleistung. Der Förderpreis wird auf der Grundlage von Vorschlägen des Literaturbeirates verliehen. Er richtet sich an Nachwuchsautoren aus Sachsen-Anhalt, deren Debütveröffentlichung bundesweit Beachtung gefunden hat.

Namenspatron des Preises ist der in Quedlinburg geborene Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), einer der bedeutendsten Dichter und Literaten des Zeitalters der Aufklärung. Bisherige Hauptpreisträger waren Ann Cotten (2015), Uwe Kolbe (2016), Thomas Melle (2017), Marion Poschmann (2018), Alexander Kluge (2019) Clemens Meyer (2020) und Annett Gröschner (2021).

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