Goldene, Diamantene und Eiserne Hochzeitspaare im Alten Rathaus geehrt / Oberb√ľrgermeisterin Simone Borris gratulierte zu 50, 60 sowie 65 Ehejahren

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Magdeburger Ehepaare, die zwischen Ende M√§rz und Ende April ihre Goldene, Diamantene oder Eiserne Hochzeit gefeiert haben, sind heute im Alten Rathaus feierlich empfangen worden. Oberb√ľrgermeisterin Simone Borris gratulierte den Jubilarinnen und Jubilaren und w√ľrdigte das gesellschaftliche Engagement der Eheleute. Ein R√ľckblick auf die Jahre 1959, 1964 und 1974 zeigte, wie sich die Stadt durch das Leben und Wirken dieser Magdeburgerinnen und Magdeburger ver√§ndert hat.
 
„Sie sind ganz besondere Vorbilder, denn Sie schufen sich gemeinsame Werte, haben Ver√§nderungen gemeistert und in schwierigen Zeiten zu einander gehalten. Von diesem gemeinsamen Weg haben aber nicht nur Sie profitiert, sondern alle, die Sie auf Ihrem Weg begleitet haben und auch wir als Stadtgesellschaft.“, bekr√§ftigte Oberb√ľrgermeisterin Simone Borris und bedankte sich bei den G√§sten: „Es freut mich immer ganz besonders zu sehen, dass viele √§ltere B√ľrgerinnen und B√ľrger der Stadt im Gemeinwesen aktiv sind. Ich danke Ihnen f√ľr dieses Engagement und m√∂chte Sie gleichzeitig ermuntern, die zahlreichen Angebote zu nutzen, die unsere Stadt ihren √§lteren Bewohnerinnen und Bewohnern bietet.“
 
Ein Eisernes sowie 12 Diamantene und 22 Goldene Hochzeitspaare wurden eingeladen. Sie erhielten zur Anerkennung ihres pers√∂nlichen Lebenswerkes Gl√ľckwunschurkunden des Landes Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt Magdeburg sowie Blumen. Anschlie√üend konnten die Ehreng√§ste in einem Gespr√§ch mit der Oberb√ľrgermeisterin bei Kaffee und Kuchen ihre Erinnerungen teilen.
 
Historischer R√ľckblick

In die Gratulation schloss die Oberb√ľrgermeisterin Erinnerungen an die Jahre der Eheschlie√üungen ein und betrachtete die stadtgeschichtlichen Ereignisse zwischen den 50er und 70er Jahren.
 
In der gesamten DDR galt ab 1957 das Gesetz zur 45-Stunden-Woche und ab 1967 die 5-Tage-Arbeitswoche. 1961 sorgte der Bau der Berliner Mauer f√ľr die endg√ľltige Trennung von Ost- und West-Berlin, 1964 wurde der Wehrdienst ohne Waffe eingef√ľhrt und ab 1964 durften Rentner einmal j√§hrlich zu Verwandtenbesuchen in die BRD reisen. 1966 ging bei Rheinsberg das erste Kernkraftwerk der DDR ans Netz. 1967 l√∂ste das Gesetz √ľber die Staatsb√ľrgerschaft der DDR die gemeinsame Staatsb√ľrgerschaft ab und die Mark der Deutschen Notenbank wurde in Mark der DDR umbenannt. Im April 1968 trat die neue Verfassung der DDR in Kraft.
 
Pr√§gend f√ľr diese Dekade waren aber auch sportliche Erfolge. Vor allem die Siege der Bundesrepublik Deutschland bei den Fu√üball-Weltmeisterschaften 1954 und 1974 waren auch in der DDR Gespr√§chsthema auf den Stra√üen. Doch auch Sportler aus Magdeburg konnten in dieser Zeit bedeutende Errungenschaften vorweisen. Gustav-Adolf „T√§ve“ Schur wurde 1959 zum zweiten Mal Rennradweltmeister und die Fu√üballer des 1. FC Magdeburgs feierten 1974 mit dem Triumph beim Europapokal ihren bis heute gr√∂√üten Erfolg. ¬†
 
Geprägt durch die zahlreichen Veränderungen waren vor allem die 60er Jahre auch in Magdeburg eine Zeit des Auf- und Umbruchs. Nach und nach entwickelte sich die Stadt immer weiter, Großsiedlungskomplexe und Wohnungen wurden aufgebaut, die Elbestadt wurde zur Stadt der Arbeiter und des Schwermaschinenbaus.
 
Auf dem Weg von der schwer zerst√∂rten und vom Krieg gezeichneten Stadt zur pulsierenden Elbmetropole schritt auch die Verkehrsplanung voran: 1959 wurde zwischen Sudenburg und Rothensee mit der Linie 10 der durchgehende Stra√üenbahnverkehr aufgenommen. F√ľnf Jahre sp√§ter √ľbergab der damalige Stadtbaudirektor Ungewitter die 1.200 Meter lange Jakobstra√üe dem Verkehr. Doch vor allem das Jahr 1974 machte die Magdeburgerinnen und Magdeburger mobiler, wesentliche Fortschritte brachten die Aufnahme des S-Bahnverkehrs im Stadtgebiet, die Fertigstellung der Haltestelle am Damaschkeplatz sowie die Freigabe des Magdeburger Rings zwischen Albert-Vater-Stra√üe und Halberst√§dter Stra√üe.
 
Dar√ľber hinaus ver√§nderten viele st√§dtebauliche Projekte das Leben in der Stadt. Dazu geh√∂rten die Einweihung der Synagoge in der ehemaligen Wolfschen Villa und die Er√∂ffnung der Volksmusikhochschule, die seit 1967 den Namen des in Magdeburg geborenen Komponisten Georg Phillip Telemann tr√§gt, die Er√∂ffnung der Hyperschale und des Bl√ľthnersaals an der Stadthalle oder die feierliche √úbergabe der Elbuferpromenade als „Promenade der V√∂lkerfreundschaft“.
 
Es gab aber auch negative Entwicklungen. So wurden erhaltenswerte Bausubstanz, die den Krieg √ľberstanden hatte, und alte Stadtstrukturen beseitigt, um die sozialistische Gro√üstadt neu aufzubauen. Im Zuge dieser Entwicklung wurde beispielsweise am 5. April 1956 die Ulrichskirche gesprengt. Die Kirche, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerst√∂rt wurde, passte nicht in das st√§dtebauliche Konzept. Diesen Vorgaben fiel auch die Katharinenkirche zum Opfer. Zwei Jahre nach der Sprengung des Kirchenschiffs wurden auch die T√ľrme abgerissen. An dieser Stelle entstand das „Haus der Lehrer“, der heutige Katharinenturm. 1959 wurde zudem, trotz massiver Proteste aus der Bev√∂lkerung, die Heiliggeistkirche an der Goldschmiedebr√ľcke gesprengt. Die Taufkirche Georg Philipp Telemanns ging auf eine Hospitalkapelle aus dem Jahre 1214 zur√ľck. Nach der Bergung von Gest√ľhl, Orgel, Altar und Skulpturen wurde sie leider zerst√∂rt, da sie den Planungen f√ľr einen neuen „Zentralen Platz“ im Wege stand, die aber nie ausgef√ľhrt wurden.
 
Die Ehrung der Hochzeitspaare in der Landeshauptstadt Magdeburg erfolgt seit 1993. Seit 1994 werden die Jubelpaare in das Rathaus eingeladen. So wurden von 1993 bis 2023 insgesamt 17.654 Goldene Paare, 5.815 Diamantene Paare, 1.492 Eiserne Paare, 178 Gnadenhochzeitspaare und sieben Kronjuwelen-Hochzeitspaare geehrt. In diesem Jahr werden in Magdeburg voraussichtlich 575 Goldene Hochzeiten, 397 Diamantene Hochzeiten, 204 Eiserne Hochzeiten und 39 Gnadenhochzeiten begangen.    

Text/Foto: Landeshauptstadt Magdeburg am 15. Mai 2024