Berlin. Mit Blick auf die heute veröffentlichte Studie „Polizei und Diskriminierung: Risiken, Forschungslücken, Handlungsempfehlungen“ erwartet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mehr Investitionen in die Sicherheitsbehörden. Der Bundesvorsitzende der GdP, Jochen Kopelke, betonte, dass eine sachliche, ergebnisoffene und wissenschaftlich fundierte Untersuchung der Polizeiarbeit durchaus sinnvoll sei – jedoch nur unter der Prämisse klarer Begriffsdefinitionen, ohne Vorverurteilungen und mit realitätsnahem Blick auf die Praxis. „Die Polizei hat keine Angst vor Untersuchungen. Viele Behörden verfügen bereits über Strukturen zur Bearbeitung solcher Themen“, so Kopelke am Donnerstag.
Ziel müsse sein, konkrete Verbesserungen zu ermöglichen – etwa durch eine stärkere Förderung der politischen Bildung und interkulturellen Kompetenz in Aus- und Fortbildung. Die GdP weist darauf hin, dass es innerhalb der Polizei bereits zahlreiche Initiativen gibt. Gleichzeitig sei zu beachten, dass der empirische Teil der Studie auf subjektiven Eindrücken weniger Personen beruht und weder repräsentativ ist noch Kolleginnen und Kollegen aus dem täglichen Streifendienst oder unmittelbar Betroffene zu Wort kommen ließ.
Kopelke forderte schließlich mehr politische Unterstützung: „Wer in die Menschen in den Sicherheitsbehörden investiert, kann nur gewinnen. Wir brauchen mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und Zeit für Bildung.“ Eine Umsetzung der Handlungsempfehlungen dürfe jedoch nicht zu Bürokratieaufbau führen, sondern müsse pragmatisch und effizient gestaltet werden.
Foto: Jochen Kopelke (c) GDP am 22. Mai 2025