Nach Fehldiagnosen in Australien und Indien
Magdeburg. Shana S. aus Australien litt lange unter einer Wanderniere, die starke Schmerzen und Folgeerkrankungen verursachte. Für die Behandlung im Klinikum Magdeburg flog die 35-Jährige extra vom anderen Ende der Welt bis nach Sachsen-Anhalt – wo ihr geholfen werden konnte: Nach einer Operation, in der ihre Niere fixiert wurde, ist sie endlich beschwerdefrei.
Immer wieder Harnwegsinfektionen, Nierenbeckenentzündungen sowie Flankenschmerzen auf der rechten Seite: Trotz mehreren Arzt- und Krankenhausbesuchen konnte der jungen Frau nicht geholfen werden. Erst erhielt sie in ihrer Heimat eine falsche Diagnose. Der Versuch, in Indien eine richtige Diagnose zu finden, schlug anschließend ebenfalls fehl. „Ich kenne ihren Bruder und hatte daher von ihrer Leidensgeschichte gehört“, sagt Dr. Haitham Bitar, Arzt in der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Klinikum Magdeburg. „Daher hatte ich ihr vorgeschlagen, zu uns zu kommen – wir haben hier schließlich sehr gute Diagnosemöglichkeiten und ein breites Leistungsspektrum.“
Nach eingehender Untersuchung und Anamnese stellten die Mediziner im Klinikum schnell fest: Die Patientin hat eine Wanderniere – eine seltene Erkrankung, bei der die Beweglichkeit der Niere sehr hoch ist und diese sich daher leicht absenken kann. „Oftmals verläuft die Erkrankung ohne Symptome. Sie kann aber eben auch, wie in diesem Fall, den Harnfluss behindern und Schmerzen verursachen“, so Chefarzt Dr. Rainer Hein. „Fälle, in denen eine Wanderniere operiert werden muss, sind eher selten.“
Im Falle der Patientin mit derart ausgeprägten Symptomen war eine OP allerdings unumgänglich. Die sogenannte Nephropexie, die Fixierung der Niere, wurde zeitnah durchgeführt – mit vollem Erfolg: In einem sehr guten Allgemeinzustand konnte die erleichterte Patientin entlassen werden. Nach zehn Jahren, in denen ihr immer wieder Antibiotika verschrieben wurden, ist sie nun nicht mehr auf die Medikamente angewiesen. Mittlerweile ist sie wieder auf der anderen Seite der Welt – und endlich beschwerdefrei.
Foto v.l.: Dr. Rainer Hein (Chefarzt der Klinik fĂĽr Urologie und Kinderurologie im Klinikum Magdeburg), Patientin Shana S. sowie Dr. Haitham Bitar (Arzt in der Klinik fĂĽr Urologie und Kinderurologie im Klinikum Magdeburg) zeigt.
Text/Foto: Klinikum Magdeburg am 21. Mai 2025
