BKA: Psychoaktive Stoffe in Nahrungsmitteln – Das Bundeskriminalamt warnt vor den Gefahren insbesondere f√ľr Kinder

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Wiesbaden (ots) – Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor Lebensmitteln, die mit nat√ľrlichem Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) angereichert sind. Dieses ist nach dem Bet√§ubungsmittelgesetz (BtMG) als verkehrsf√§higes, aber nicht verschreibungsf√§higes Bet√§ubungsmittel eingestuft. Derartige Produkte d√ľrfen daher nicht verschrieben, verabreicht oder zum unmittelbaren Gebrauch √ľberlassen werden. Beim Verzehr alltags√ľblicher Mengen haben die genannten Lebensmittel berauschende Wirkung.

Insbesondere f√ľr Kinder bergen die hier bekannt gewordenen Produkte unkalkulierbare gesundheitliche Gefahren. Laut aktueller Meldungen aus Irland, den USA und Kanada kam es dort nach dem Konsum von solchen THC-haltigen Lebensmitteln bereits in mehreren F√§llen zu derart schwerwiegenden Vergiftungen bei Kindern und Teenagern, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die THC-haltigen Lebensmittel werden √ľber Online-Shops sowie in sozialen Netzwerken zum Kauf angeboten. Der Erwerb ist in Deutschland illegal. Zumeist handelt es sich um S√ľ√üigkeiten, Chips und Cornflakes, deren Verpackungen bekannten Markenprodukten nachempfunden sind. Kinder k√∂nnen diese dadurch leicht verwechseln und beim Konsum schwerwiegende gesundheitliche Beeintr√§chtigungen erleiden.

Polizei- und Zolldienststellen haben dem BKA bisher 25 Sicherstellungen von THC-haltigen Fruchtgummis und anderen Lebensmitteln aus elf Bundesländern gemeldet.

In Laboruntersuchungen von hierzulande beschlagnahmten Lebensmitteln wurde bisher ausschlie√ülich das nat√ľrliche Cannabinoid THC nachgewiesen.

Allerdings berichtete Ende Oktober 2021 das Institut f√ľr Therapieforschung/M√ľnchen (IFT) dem BKA √ľber Sicherstellungen von Fruchtgummiprodukten in Schweden und Irland, die – anders als die bislang in Deutschland bekannt gewordenen Produkte – mit NPS (Neuen psychoaktiven Stoffen) versetzt waren. Sie enthielten synthetische Cannabinoide, die in Deutschland dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG)oder dem Bet√§ubungsmittelgesetz (BtMG)unterstehen.

Gem. ¬ß 4 NpSG sind die Herstellung sowie die Verbringung nach Deutschland zum Zwecke des Inverkehrbringens sowie das Handel treiben, in Verkehr bringen oder einem anderen verabreichen strafbar. Sofern die in den S√ľ√üigkeiten enthaltenen synthetischen Cannabinoide den Regelungen des BtMG unterliegen, ist deren Besitz strafbar.

Symbolfoto (c) BKA