âIn allen deutschen Sicherheitsbehörden werden derzeit mit hohem Engagement Lagebilder im Kontext des militĂ€rischen Konfliktes zwischen Israel und den USA mit dem Iran erstellt. Deutsche PolizeikrĂ€fte in AuslandseinsĂ€tzen sind sensibilisiert und benötigen diese Lagebilder.
Die deutschen Nachrichtendienste und Verfassungsschutzbehörden bewerten mögliche Folgewirkungen des Konfliktes fĂŒr den Westen, natĂŒrlich insbesondere fĂŒr die Bundesrepublik. Zu rechnen ist auf unseren StraĂen mit erhöhtem Protestgeschehen verschiedener Gruppierungen, darunter linksradikale und -extreme, religiöse und fundamentalistisch-islamistische sowie pro-palĂ€stinensische Vereinigungen.
Der Schutz von Botschaften, jĂŒdischen Einrichtungen und prominenten Personen wird die Polizei stark fordern. Auch der Schutz unserer eigenen Kritischen Infrastruktur wie HĂ€fen, FlughĂ€fen und IT-Leitungen muss jederzeit sichergestellt werden. Amerikanische MilitĂ€reinrichtungen mĂŒssen besonders intensiv und stark geschĂŒtzt werden, denn hier ist sowohl mit Sabotage als auch Protest zu rechnen.
Mehr polizeiliche Aufmerksamkeit und AktivitĂ€ten verlangen auch die digitalen Medien. Im Blick hier die strafrechtliche Bewertung und darauffolgende LöschbemĂŒhungen bei Fake News, Hass und Hetze oder Kriegsvideos.
Vor diesem Hintergrund erforderlich ist ferner ein intensivierter Kontakt zu den europÀischen Behörden Frontex sowie Europol. Dabei geht es vor allem um aktuelle Erkenntnisse zu Waffenschmuggel, Piraterie und Fluchtbewegungen von Menschen aus dem Mittleren Osten.
Auf der Hand liegt, dass die aktuelle Lage zu spĂŒrbar mehr Arbeit und detaillierten Vorplanungen fĂŒr die Polizeibehörden fĂŒhren wird, wĂ€hrend parallel hybride Angriffe aus Russland abgewehrt und die Drohnenabwehr dringend forciert werden mĂŒssen.
Unter dem Strich: Die deutschen Polizeibehörden spĂŒren die Wirkungen des MilitĂ€rkonflikts rund um das iranische Atomprogramm jetzt schon. Von der Bundesregierung erwarten wir, ihren neuen nationalen Sicherheitsrat schnell arbeitsfĂ€hig zu machen und die deutschen Sicherheitsbehörden umgehend stĂ€rker und moderner aufzustellen.â
Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP)
Quelle: Gewerkschaft der Polizei (GdP) am 23. Juni 2025
Foto: Jochen Kopelke (c) GDP