Bei einem Feuer während einer Silvesterparty in dem Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana sind nach Polizeiangaben rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 115 Personen wurden bei dem Vorfall in einer Bar im Kanton Wallis verletzt, wie der Chef der Kantonspolizei, Frederic Gisler, am Donnerstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft ging nach ersten Erkenntnissen von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.
Bundespräsident Guy Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien in der Geschichte der Schweiz. Viele der Opfer seien junge Menschen gewesen. Nach Angaben der Kantonsregierung sind auch Ausländer unter den Opfern. Zu deren Herkunft lagen zunächst keine Angaben vor. Nach Angaben italienischer Behörden wurden am Donnerstag 16 Italiener vermisst. Rund ein Dutzend italienische Staatsangehörige befänden sich in Krankenhäusern.
Das Feuer in der Bar „Le Constellation“ brach gegen 01.30 Uhr aus. Staatsanwältin Beatrice Pilloud sagte auf einer Pressekonferenz, das vorläufig wahrscheinlichste Szenario sei, dass ein großflächiger Brand eine Explosion ausgelöst habe. Die Ermittlungen dauerten an.
Zwei Französinnen, die sich nach eigenen Angaben in der Bar aufhielten, sagten dem französischen Sender BFM TV, sie hätten den Ausbruch des Feuers im Untergeschoss des Clubs beobachtet. Eine Flasche mit Kerzen sei nah an die Holzdecke gehalten worden. Das Feuer habe sich dann sehr rasch ausgebreitet.
BFM TV veröffentlichte zudem ein Video, in dem eine Kellnerin eine Champagnerflasche mit einer brennenden Fontänenkerze durch die Bar trägt. Der Brandausbruch ist auf dem Video nicht zu sehen. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, sagte dem Sender Sky TG24, örtliche Behörden hätten ihm mitgeteilt, der Brand sei von jemandem ausgelöst worden, der in der Bar einen Feuerwerkskörper gezündet habe. Dadurch sei die Decke in Brand geraten.
Viele Opfer mussten wegen Brandverletzungen behandelt werden. Die meisten Verletzten befänden sich in einem ernsten Zustand, erklärte Polizeichef Gisler. Die Intensivstation des Spitals Wallis sei voll. Patienten wurden deshalb in Krankenhäuser nach Zürich, Genf, Lausanne und Sion verlegt. Eine Verlegung von Patienten auch ins angrenzende Ausland sei wahrscheinlich. Zur Versorgung der Verletzten wurden den Behörden zufolge zehn Hubschrauber und 40 Krankenwagen mobilisiert.
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich erschüttert. „Ein Moment der Freude wurde in Crans-Montana in der Schweiz zur Tragödie“, schrieb Merz auf X.
TOTE AUCH IN DEUTSCHLAND UND DEN NIEDERLANDEN
In Bielefeld starben zwei 18-Jährige am Silvesterabend beim unsachgemäßen Hantieren mit Pyrotechnik, wie die Polizei mitteilte. Die beiden brachten demnach an unterschiedlichen Orten ihre selbstgebaute Pyrotechnik „unkontrolliert zur Umsetzung“. Dabei erlitten sie den Angaben zufolge tödliche Gesichtsverletzungen.
In den Niederlanden starben bei Feuerwerksunfällen ein 38-jähriger Mann in Aalsmeer bei Amsterdam und ein Junge in Nijmegen, wie die Polizei mitteilte. In Amsterdam brannte eine Kirche aus dem 19. Jahrhundert kurz nach Mitternacht aus zunächst unbekannter Ursache nieder. Es war die letzte Silvesternacht vor einem landesweiten Verkaufsverbot von Feuerwerk für Verbraucher. Für das Verbot hatten sich unter anderem Rettungskräfte eingesetzt.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 02. Januar 2026
