Fischerzeugung in Aquakulturen im Jahr 2021 um 1,8 % gesunken / Muschelerzeugung gegenĂŒber dem Vorjahr um 5,8 % gestiegen

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Im Jahr 2021 haben die rund 2 200 Aquakulturbetriebe in Deutschland rund 18 300 Tonnen Fisch erzeugt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 1,8 % oder 330 Tonnen weniger als im Vorjahr. Die Muschelproduktion, die aufgrund natĂŒrlicher Bedingungen von Jahr zu Jahr erheblich schwanken kann, stieg um 5,8 % oder 780 Tonnen auf rund 14 300 Tonnen. Die Erzeugung von Rogen und Kaviar stieg um 11,3 % oder 9 Tonnen auf rund 85 Tonnen. Die Gesamterzeugung von Aquakulturprodukten betrug rund 32 700 Tonnen. Das waren 1,4 % oder 470 Tonnen mehr als im Jahr 2020.

AbwÀrtstrend in der Erzeugung von Regenbogenforellen setzt sich fort

Die Erzeugung von forellenartigen Fischen, zu denen unter anderem Forellen, Saiblinge, und MarĂ€nen gehören, machte mit 10 500 Tonnen mehr als die HĂ€lfte (57,7 %) der gesamten Fischerzeugung aus. Darunter waren die Regenbogenforelle mit 5 800 Tonnen, die Lachsforelle mit 1 900 Tonnen und der ElsĂ€sser Saibling mit 1 700 Tonnen am stĂ€rksten vertreten. Die Erzeugung von Regenbogenforellen ging jedoch im Vorjahresvergleich erneut um 250 Tonnen oder 4,1 % zurĂŒck und setzte damit den AbwĂ€rtstrend der vergangenen Jahre fort. Ein Teil dieses RĂŒckgangs könnte sich dadurch erklĂ€ren, dass Regenbogenforellen möglicherweise vermehrt als Lachsforellen vermarktet werden. „Lachsforelle“ ist eine Handelsbezeichnung fĂŒr besonders große, rotfleischige Forellen – in der Regel Regenbogenforellen. Die Produktion von Lachsforellen stieg im Jahr 2021 gegenĂŒber 2020 deutlich um 7,1 % oder 130 Tonnen.

Ein weiteres gutes Viertel der Fischerzeugung (27,8 %) entfiel mit 5 100 Tonnen auf die Erzeugung von karpfenartigen Fischen wie Karpfen, Schleien, Rotaugen und Rotfedern. 4 600 Tonnen oder 90,8 % davon machte der Gemeine Karpfen aus, dessen Erzeugung gegenĂŒber dem Vorjahr um 3,7 % oder 180 Tonnen zurĂŒckging.

Unterschiede bei der Muschelerzeugung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Die Muschelerzeugung findet fast ausschließlich in der Nordsee statt und damit in den BundeslĂ€ndern Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Mit 1 100 Tonnen fiel die Muschelernte 2021 in Niedersachsen viel geringer aus als im Vorjahr, die erzeugte Menge sank hier um 37,2 % oder 660 Tonnen. In Schleswig-Holstein legte die Muschelerzeugung dagegen deutlich zu und stieg um 12,4 % oder 1 400 Tonnen auf 13 200 Tonnen. Einflussfaktoren fĂŒr die großen jĂ€hrlichen Schwankungen in den MuschelertrĂ€gen sind das Vorhandensein oder Fehlen natĂŒrlicher Aufkommen an Besatzmuscheln, der sogenannten Muschelsaat, aber auch Fressfeinde und Wetterereignisse wie StĂŒrme oder besonders heiße Sommer.

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