Bentele: „Diese Pflegereform ist Augenwischerei“

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  • „Pflegende Angehörige sind am Limit und brauchen sofort mehr UnterstĂŒtzung – nicht erst in zwei Jahren“
  • „Entlastungsbudget kann nur ein allererster Schritt auf dem Weg zu einer echten Reform sein“

Der Bundestag hat heute das PflegeunterstĂŒtzungs- und-entlastungsgesetz (PUEG) beschlossen. Dazu erklĂ€rt VdK-PrĂ€sidentin Verena Bentele (Foto):

„FĂŒr alle pflegenden Angehörigen, die Tag fĂŒr Tag ihre Gesundheit aufs Spiel setzen und viele Einbußen in Kauf nehmen, ist diese Pflegereform eine große EnttĂ€uschung und reine Augenwischerei. Das Entlastungsbudget ist ein allererster Schritt in die richtige Richtung, hier hat der Druck des VdK Wirkung gezeigt. Jedoch kommt es erst in zwei Jahren voll zum Zug. Das ist viel zu spĂ€t, denn die NĂ€chstenpflege ist am Limit, weil sie seit Jahren von der Politik ignoriert wurde, und auch jetzt kommt sie wieder viel zu kurz.

Diese Reform bleibt StĂŒckwerk, bis nicht endlich der BĂŒrokratiedschungel im Pflegebereich gelichtet wird und UnterstĂŒtzungsleistungen den BedĂŒrfnissen der Pflegenden und Gepflegten entsprechend zur VerfĂŒgung stehen. Es fehlt an allen Ecken und Enden an TagespflegeplĂ€tzen, und ein Online-Portal, das bundesweit freie PlĂ€tze anzeigen sollte, ist wieder aus dem Gesetzentwurf verschwunden.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat auf dem Bundesverbandstag des Sozialverbands VdK in der vergangenen Woche in Berlin angekĂŒndigt, die hĂ€usliche Pflege weiter ausbauen zu wollen. Das will auch der VdK. Aus unserer Sicht braucht es dafĂŒr einen Pflegelohn sowie RentenversicherungsbeitrĂ€ge fĂŒr pflegende Angehörige, um sie vor Altersarmut zu schĂŒtzen. Das verstehen wir unter einer nachhaltigen UnterstĂŒtzung der NĂ€chstenpflege.“

Foto: VdK-PrÀsidentin Verena Bentele © VdK / Susie Knoll