Le Mans. BMW M Motorsport hat bei der 93. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans (FRA) erfahren mĂŒssen, wie unerbittlich der legendĂ€re Langstreckenklassiker sein kann. Die beiden BMW M Hybrid V8 zeigten wie bereits im gesamten Saisonverlauf der FIA World Endurance Championship (FIA WEC) eine gute Pace und fuhren ĂŒber weite Strecken des Rennens um ein Top-5-Resultat. Doch in einer frustrierenden Schlussphase bekamen beide Fahrzeuge technische Probleme. Sie konnten das Rennen zwar beenden, aber nicht auf den Positionen, die sie verdient hĂ€tten. Der BMW M4 GT3 EVO fĂŒhrte in der LMGT3-Klasse ĂŒber viele Stunden, jedoch schieden in der Nacht beide Fahrzeuge aus.
Die beiden Hypercars des BMW M Teams WRT erreichten im Qualifying die Hyperpole 2 und starteten von den Positionen vier und sechs ins Rennen. Dort absolvierten sie die ersten 22 Stunden mit Ausnahme einer Durchfahrtsstrafe fĂŒr die Nummer 20 ohne nennenswerte Schwierigkeiten und hielten sich konstant um Position fĂŒnf herum auf. Doch dann warfen technische Probleme sowohl die Nummer 15 als auch die Nummer 20 aus dem Kampf um Top-Platzierungen. Beim #15 BMW M Hybrid V8 von Kevin Magnussen (DEN), Raffaele Marciello (SUI) und Dries Vanthoor (BEL) handelte es sich um ein Problem mit der KĂŒhlung des Hybridsystems, beim Schwesterfahrzeug von Robin Frijns (NED), RenĂ© Rast (GER) und Sheldon van der Linde (RSA) um ein Motorproblem. Beide Autos ĂŒberquerten nach Reparaturen die Ziellinie, wurden jedoch lediglich auf den Positionen 18 und 19 gewertet.
In der LMGT3-Klasse glĂ€nzte der #46 BMW M4 GT3 EVO von Kelvin van der Linde (RSA), Valentino Rossi (ITA) und Ahmad Al Harthy (OMA) mit Bestzeiten im Qualifying durch Al Harthy und van der Linde sowie dem von Rossi herausgefahrenen dritten Startplatz nach der Hyperpole 2. Im Rennen lag das Fahrzeug dank konstanter Leistungen der Fahrer und guter Arbeit des Teams WRT ĂŒber weite Strecken in FĂŒhrung, bis es gegen 3 Uhr in der Nacht zum Ausfall kam. Der BMW M4 GT3 EVO hatte ein bislang noch ungeklĂ€rtes elektrisches Problem, in dessen Folge unter anderem die Servolenkung ausfiel und van der Linde geradeaus ins Kiesbett rollte. Er konnte nach einiger Zeit zwar an die Box zurĂŒckkehren, doch das Team entschied, das Fahrzeug aus SicherheitsgrĂŒnden abzustellen. Der #31 BMW M4 GT3 EVO vom The Bend Team WRT mit Augusto Farfus (BRA), Timur Boguslavskiy und Yasser Shahin (AUS) im Cockpit fuhr vom 16. Startplatz kontinuierlich nach vorn und lag bereits in den Top-8, als er auf der Strecke einen Hasen traf, der den KĂŒhler und Anbauteile so stark beschĂ€digte, dass eine Reparatur des Fahrzeuges nicht möglich war.
Nach den enttĂ€uschenden Ergebnissen in Le Mans geht es fĂŒr BMW M Motorsport bereits am nĂ€chsten Wochenende mit den 24 Stunden auf dem NĂŒrburgring (GER) und eine Woche darauf mit den 24 Stunden von Spa-Francorchamps (BEL) weiter. Die drei BMW M Werksfahrer Farfus, Marciello und Kelvin van der Linde stellen sich der besonderen Herausforderung, alle drei Langstreckenklassiker zu absolvieren. Sheldon van der Linde und Vanthoor reisen zum 6-Stunden-Rennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship nach Watkins Glen (USA), wo sie sich die beiden BMW M Hybrid V8 des BMW M Teams RLL mit Philipp Eng (AUT) und Marco Wittmann (GER) teilen. FĂŒr das Fahrerquartett geht es aus den USA dann direkt weiter nach Spa-Francorchamps.
Stimmen nach den 24h Le Mans:
Andreas Roos (Leiter BMW M Motorsport): âFĂŒr BMW M Motorsport waren die 24 Stunden von Le Mans 2025 am Ende sehr hart. Wir hatten vier Autos, die die ganze Woche ĂŒber sehr konkurrenzfĂ€hig waren, und ein Top-Team, das einen sehr guten Job gemacht hat. Sowohl im Qualifying als auch im Rennspeed konnten wir um gute Ergebnisse kĂ€mpfen. Leider hatten wir bei drei Autos technische Probleme und dann auch noch Pech mit dem vierten, das in der Nacht einen Hasen erwischte. Das ist schwer zu verkraften, aber wir mĂŒssen auch die positiven Aspekte sehen. Wir hatten in beiden Klassen sehr konkurrenzfĂ€hige Autos. Einen groĂen Dank an die gesamte Crew, die seit dem vergangenen Jahr kontinuierlich an der Weiterentwicklung gearbeitet hat, aber am Ende wollen wir auf dem Podium stehen, und das haben wir diesmal nicht geschafft. Wir haben viele Daten gesammelt und werden hart arbeiten, um zurĂŒckzukommen dies beim nĂ€chsten Mal zu erreichen.â
Vincent Vosse (Teamchef BMW M Team WRT): âDas ist ein enttĂ€uschendes Ende des Wochenendes. Es sah ziemlich gut aus, aber zwei Stunden vor Schluss hatten wir Probleme und mussten an beiden Hypercars arbeiten. Es tut mir sehr leid fĂŒr alle, die in den letzten zwölf Monaten so viel MĂŒhe in die Vorbereitung auf dieses Rennen gesteckt haben. Aber das ist Motorsport. Deshalb lieben wir ihn. Wir wollen so schnell wie möglich zurĂŒckschlagen. In der LMGT3-Klasse sah es sehr gut aus. Wir hatten ein gutes Auto, eine gute Strategie, gute Fahrer. Aber leider hatten wir ein elektrisches Problem mit der Nummer 46 und einen armen kleinen Hasen, der von unserer Nummer 31 erwischt wurde. Dieser Unfall verursachte einen defekten KĂŒhler, den wir nicht reparieren konnten.â
Robin Frijns (BMW M Team WRT, #20 Shell BMW M Hybrid V8, 18. Platz): âLe Mans ist vorbei. Eigentlich begann das Rennen ziemlich gut. Wir hatten erwartet, dass die Ferraris schnell sein wĂŒrden, was sie von Anfang an auch waren. Der Porsche #6 kam sehr frĂŒh im Rennen nach vorn. Ich denke, wir waren heute gut genug fĂŒr Platz fĂŒnf, aber wir hatten in der Nacht eine Durchfahrtsstrafe, die sehr schmerzhaft war. Wir haben die ganze Zeit versucht, uns davon zu erholen, was uns letztendlich nicht gelungen ist. Am Ende hatten wir ein Motorproblem, das uns etwa 20 Runden zurĂŒckwarf. Auf zum nĂ€chsten Rennen.â
Raffaele Marciello (BMW M Team WRT, #15 BMW M Hybrid V8, 19. Platz): âDas war definitiv nicht das Wochenende, das wir uns gewĂŒnscht haben. Es ist sehr enttĂ€uschend â nicht nur fĂŒr uns, sondern auch fĂŒr das Auto #20. Nach zwei enttĂ€uschenden Le-Mans-Rennen mĂŒssen wir fĂŒr die Zukunft einige Ănderungen vornehmen, um uns zu verbessern. Hoffentlich wird das 24h-Rennen auf dem NĂŒrburgring gut. Wir geben unser Bestes.â
Augusto Farfus (The Bend Team WRT, #31 BMW M4 GT3 EVO, Ausfall ): âDas war ein hartes Le Mans. Man sagt, man kann Le Mans nicht gewinnen, Le Mans wĂ€hlt seine Gewinner aus. Das trifft fĂŒr uns auf jeden Fall zu. Wir hĂ€tten vielleicht nicht gewinnen können, aber ich denke, wir hĂ€tten eine Chance gehabt, wie im vergangenen Jahr um das Podium zu kĂ€mpfen. Das Team WRT hat einen groĂartigen Job gemacht, und es ist sehr schade, dass wir keines unserer beiden Fahrzeuge ins Ziel bringen konnten. Das Gute fĂŒr mich ist, dass ich drei 24-Stunden-Rennen hintereinander habe, und somit nĂ€chste Woche auf dem NĂŒrburgring die Chance, ein Top-Ergebnis zu erzielen. Darauf liegt ab sofort der Fokus.â
Kelvin van der Linde (Team WRT, #46 BMW M4 GT3 EVO, Ausfall): âDer Zwischenfall war sehr merkwĂŒrdig. Plötzlich ist das Auto ausgegangen und damit auch die Servolenkung ausgefallen, und ich hatte keine andere Option als geradeaus durch das Kiesbett zu fahren. Zum GlĂŒck gab es an dieser Stelle der Strecke eine groĂe Auslaufzone. Der Ausfall ist extrem schade, denn wir haben das Rennen ĂŒber viele Stunden angefĂŒhrt. Wir hatten zwar nicht das schnellste Auto, hĂ€tten aufgrund unserer Konstanz aber gute Chancen gehabt. Leider gehört so etwas im Motorsport dazu. NĂ€chste Woche auf dem NĂŒrburgring haben wir die nĂ€chste Möglichkeit.â
Foto: Le Mans (FRA), 10-15 June 2025. 24 Hours of Le Mans, FIA World Endurance Championship, FIA WEC, BMW M Team WRT, #20 Shell BMW M Hybrid V8, Hypercar, LMDh, Robin Frijns, Sheldon van der Linde, René Rast. (c) BMW AG