Magdeburg. Das Stadtarchiv lĂ€dt heute am 3. Juni um 19.00 im Kaiserin-Adelheid-Foyer des Alten Rathauses zum nĂ€chsten Stadtgeschichtlichen Sommerabend ein. Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Kerstin Eschwege spricht ĂŒber das Magdeburger Schulwesen wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges und ĂŒber die Werte, die jungen Menschen vor 100 Jahren vermittelt wurden. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.
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Charakterbildung und strenge Schulzucht standen um die Jahrhundertwende im Vordergrund von Bildung und Erziehung. Kriegsvorbereitung und Schule waren lange vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges eng miteinander verbunden. Als Deutschland am 1. August 1914 Russland den Krieg erklÀrte, wurde der Mobilmachungsbefehl des Kaisers in Magdeburg sofort umgesetzt.
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Die Auswirkungen betrafen auch die Schulen. Die Sommerferien wurden um eine Woche verlĂ€ngert. Lehrerinnen und Lehrer sowie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler leisteten von den ersten Kriegstagen an „pflichtbewusst“ ihren Beitrag. WĂ€hrend die Jungen auf den Ăckern fĂŒr die ins Feld gezogenen MĂ€nner Erntearbeiten leisteten, versorgten die MĂ€dchen die Truppen in den Schulen.
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Der Vortrag wird diese Entwicklungen anhand der Magdeburger Volks- und BĂŒrgerschulen darstellen. Er geht auf die Kriegssituation in der Stadt und auf die damit verbundenen VerĂ€nderungen in Schulen ein. Durch Recherchen in einschlĂ€gigen ArchivbestĂ€nden wird das Kriegserleben von Kindern thematisiert.
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Die Referentin hat am Lehrstuhl fĂŒr Allgemeine PĂ€dagogik der Otto-von-Guericke-UniversitĂ€t Magdeburg gearbeitet und ist heute Professorin fĂŒr KindheitspĂ€dagogik an der Internationalen Hochschule in Braunschweig. Sie forscht zu verschiedenen Themen der SchulpĂ€dagogik in Sachsen-Anhalt.
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Das Programm der Veranstaltungsreihe ist unter www.magdeburg.de/stadtarchiv im Internet sowie als Flyer verfĂŒgbar.
Text/Foto: Landeshauptstadt Magdeburg