Magdeburg. Am Sonnabend, dem 30. August um 18 Uhr ist der Liturgische Singkreis aus Jena zu Gast im Magdeburger Dom mit Gregorianischen Gesängen.
Als Gregorianische Choräle versteht man den einstimmigen, unbegleiteten, liturgischen Gesang der christlichen Kirche in lateinischer Originalsprache, der seit dem 10. bis 12. Jh. überliefert wurde. Das Besondere ist, das der Gregorianische Choral die älteste schriftlich überlieferte Musik West- und Mitteleuropas bildet.
In der Reihe der DomVespern geht es um das Zusammenkommen, um das Innehalten und das bewusste Wahrnehmen der Chor- und Orgelklänge im ältesten gotischen Dom Deutschlands.
Die Abendmusiken möchten sehr stimmungsvoll den Magdeburger Dom mit all seiner Klangschönheit sichtbar- und hörbar machen.
Der Liturgische Singkreis Jena
Der Liturgische Singkreis Jena ist 1982 von Liebhabern des Gregorianischen Chorals in Jena (Thüringen) gegründet worden, nicht als eingetragener Verein sondern als Arbeitskreis der Evangelisch – Lutherischen Kirchgemeinde in Jena. Er hat sich die Pflege und Bekanntmachung dieser kunstvollen, stillen und eindringlichen Musik zur Aufgabe gesetzt. Die Gruppe widmet sich ständig und ausschließlich der Choralpflege. Dabei legt sie besonderen Wert auf eine an neuen musikwissenschaftlichen Forschungsergebnissen orientierte historisch fundierte Interpretation und bemüht sich mit Erfolg um eine durchaus eigenständige Gregorianik-Interpretation. Als Voraussetzung dafür wird eigenes Notenmaterial unter Berücksichtigung der ältesten zugänglichen handschriftlichen Quellen erarbeitet.
Die Wahl des Namens soll auf die eigentliche Aufgabe des Gregorianischen Chorals und derer, die ihn singen, hinweisen: Gotteslob und Gebet. Der LITURGISCHE SINGKREIS JENA wirkt in Gottesdiensten und geistlichen Abendmusiken. Er gastierte bisher in vielen Orten Deutschlands und im Ausland. Pro Jahr kommt es zu durchschnittlich 10 Auftritten. Die Zahl der Sänger schwankte in den Jahren des Bestehens zwischen 6 und 12. Proben finden im Monatsrhythmus und bei Bedarf auch wöchentlich statt. Jede Probe schließt mit dem Tageszeitgebet.
Der LITURGISCHE SINGKREIS JENA versteht sich nicht allein als liturgischer Chor, der außer bei Konzerten vor allem in Gottesdiensten singt, sondern im Sinne einer Scola Cantorum als einen Ort der Weiterbildung und der Forschung. Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit der Gregorianischen Arbeitswoche Scola Æstatis.
Das Repertoire des LITURGISCHEn SINGKREISes JENA umfasst das gregorianische Proprium und Ordinarium Missae et Officii (alle Gesänge der Messe und der Stundengebete), Tropen und Sequenzen, darüber hinaus einige der ältesten Organa, ferner ausgewählte Stücke des altrömischen Repertoires. Offertorien werden in der Regel einschließlich der Verse ausgeführt. Der LITURGISCHE SINGKREIS JENA verwendet in der Regel restituierte Melodien. Eine kleine akustische Kostprobe, gesungen vom LITURGISCHEn SINGKREIS JENA finden Sie hier.
Die Leitung des LITURGISCHEN SINGKREISES JENA lag seit der Gründung im Jahre 1982 in den Händen von Dr. Bernhard Gröbler, Jena-Drackendorf. 2007 übernahm Stephan Seltmann, heute Kantor an der Diakonissenhauskirche in Dresden, diese Aufgabe. Der LITURGISCHE SINGKREIS JENA sucht jederzeit geübte Sänger.
Foto: Liturgischer Singkreis Jena (c) Stephan Seltmann
