Musikdoku: Enrico Caruso (Arte 21:55 – 22:50 Uhr)

Veröffentlicht in: Mediathek | 0

Das Leben Enrico Carusos verlief so melodramatisch wie die Handlung zahlreicher von ihm gesungenen Opern. Seine legendĂ€re Tenorstimme gehört zum kulturellen Erbe der Menschheit. Die Ereignisse um ein bisher kaum bekanntes Attentat in Kuba werfen ein neues Licht auf seine steile Karriere. Die Dokumentation „Enrico Caruso – Die ewige Stimme“ spĂŒrt dem Mythos nach.

Enrico Caruso ist ein PhĂ€nomen, das die italienische Oper Ende des 19. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Und bis heute bleibt es eines ihrer grĂ¶ĂŸten RĂ€tsel. Wie konnte ein Kind aus armen VerhĂ€ltnissen an der Metropolitan Opera in New York diese großen Erfolge erreichen? Worin liegt sein Mythos begrĂŒndet und wie kam er zustande?
Ausgangspunkt der Dokumentation ist Carusos Reise nach Havanna, wo er ein Jahr vor seinem Tod am 5. Mai 1920 von Bord geht. FĂŒr 10.000 Dollar pro Konzert soll er in der Oper auftreten.

Carusos Erfolg ist nicht nur in seiner Tenorstimme begrĂŒndet, sondern auch in der Erfindung der Schallplatte, die sie in alle Welt trug. 1902 steht Caruso in Mailand erstmals vor einem GerĂ€t, das Stimmen aufnehmen kann. „Das Grammophon wurde durch ihn berĂŒhmt und umgekehrt“, so Francesco Canessa, der italienische Caruso-Biograf.
In Kuba befindet sich Caruso auf dem Gipfel seiner Karriere. Doch jeden Tag schreibt der Opernstar an seine Frau und erzĂ€hlt ihr von seinen Stimmungsschwankungen und seiner Angst vor „dunklen MĂ€chten“, aber auch vor der Presse. Dann, Caruso wartet gerade auf seinen Auftritt als Radames, erschĂŒttert eine gewaltige Explosion das Theater. Seine BefĂŒrchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Ein Jahr spĂ€ter stirbt Caruso in Neapel.

Der Komponist Micha Hamel hat eine Oper ĂŒber Caruso in Havanna geschrieben: „Wenn man Carusos Stimme hört, dann werden wir direkt an den Anfang des 20. Jahrhunderts katapultiert. Seine Stimme ist unser einzigartiges kulturelles Erbe, niemand konnte spĂ€ter mehr so singen wie er. Er war der erste Rockstar ĂŒberhaupt.“

Original-Titel: Sternstunde Musik
Untertitel: Die ewige Stimme
Laufzeit: 55 Minuten
Genre: Musikdoku, CH 2021
Regie: Jan Schmidt-Garre

Film:

VerfĂŒgbar: Vom 01/10/2022 bis 31/10/2022