Magdeburg. Mit der heutigen Debatte endet die Arbeit des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Für den Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Falko Grube (Foto), bleibt dabei vor allem eines im Mittelpunkt: die Opfer des Anschlags und die Verantwortung, aus den Erkenntnissen die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Er erinnerte daran, dass der parlamentarische Abschluss für viele Betroffene kein persönlicher Abschluss sein könne.
„Trotzdem muss ich Ihnen gestehen, dass sich das Wort Abschluss für mich surreal anfühlt.“ Für alle, „die selbst Opfer des Anschlages geworden sind, die heute noch an starken physischen Beeinträchtigungen und auch an mentalen Folgen leiden oder die geliebte Familienangehörige verloren haben“, werde es „noch lange keinen Abschluss geben“. Ihnen wünsche er „von Herzen, das sie irgendwann Heilung und inneren Frieden finden können.“
Der Untersuchungsausschuss habe die Geschehnisse umfassend und ohne Rücksicht auf politische Interessen aufgearbeitet. „Wir haben eine schonungslose Aufklärung betrieben“, betonte Grube.
Dabei sei deutlich geworden, dass es keine einfache Antwort auf die Frage nach der Verantwortung gebe. „Die Vielzahl von Fehlern und Versäumnissen an unterschiedlichen Stellen haben am Ende den Anschlag möglich gemacht. Der Täter konnte sein menschenverachtendes und brutales Vorhaben in die Tat umsetzen.“
Mit Blick auf die Debatte im Landtag kritisierte Grube den Umgang der AfD mit dem Abschlussbericht. „Die Würde des Hauses ist offensichtlich nicht für alle unantastbar. Statt konkreter Lösungen übt sich die AfD ausnahmslos in Schuldzuweisungen und Rücktrittsforderungen.“ Der Untersuchungsausschuss sei eingesetzt worden, um aufzuklären und Konsequenzen zu entwickeln, nicht um parteipolitisches Kapital aus dem Leid der Opfer zu schlagen.
Für die SPD-Fraktion ist der Abschlussbericht deshalb vor allem ein Auftrag für die Zukunft. „Allen Beteiligten ist durch den Anschlag nochmals deutlich vor Augen geführt worden, dass die Sicherheit von Großveranstaltungen eine Gemeinschaftsaufgabe ist, für die alle notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden müssen.“
Die Empfehlungen des Untersuchungsausschusses sollen deshalb auch in der kommenden Wahlperiode konsequent umgesetzt werden. „Der Ausschuss hat dazu konstruktive Hinweise für die weitere Arbeit des nächsten Landtages gegeben. Das wird mir ein besonderes Anliegen für die nächste Legislaturperiode sein.“
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Text/Foto: SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt / René Wölfer am 25. Juni 2026
