Ausgezeichnet durch die Dt. Gesellschaft für Kardiologie-, Herz- und Kreislaufforschung (DKG)
Magdeburg. 1. Platz für Magdeburg: Eine Studie der Klinik für Kardiologie und Diabetologie sowie Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Magdeburg wurde durch die DKG mit dem Young Investigator Award ausgezeichnet. Untersucht wurde, ob eine Temperatursonde in der Speiseröhre das Risiko für Verletzungen verringert. Außerdem wurde analysiert, ob die Art des verwendeten Katheters oder eine zusätzliche Behandlung der Hinterwand des Herzens das Risiko beeinflussen. Der Preis wird jährlich an klinisch tätige junge Wissenschaftler bis 35 Jahren verliehen und ging somit an Vivien Weisheit, die derzeit im Klinikum promoviert.
Bei der Behandlung von Vorhofflimmern wird oft ein Katheter eingesetzt, der durch Wärme Gewebe an den Lungenvenen verödet, wodurch die Speiseröhre verletzt werden kann. Verringert eine Temperatursonde, die zur intra-operativen Überwachung eingesetzt wird, das Risiko? Um das herauszufinden wurden 406 Behandlungen durch Vivien Weisheit (Ärztin in Weiterbildung) im Rahmen ihrer Promotionsarbeit (Betreuung: Chefarzt Prof. Dr. Hendrik Schmidt) analysiert, in 210 Fällen kam eine Temperatursonde zum Einsatz. Nach der Behandlung wurde eine Magenspiegelung durchgeführt, um mögliche Verletzungen der Speiseröhre zu erkennen und deren Schweregrad zu beurteilen.
Überraschenderweise zeigte die Studie, dass der Einsatz einer Temperatursonde das Risiko für Verletzungen nicht senkte – im Gegenteil: Diese traten fast 2,5-mal häufiger auf und waren zudem schwerwiegender. Ein Zusammenhang zwischen der gemessenen Maximaltemperatur und den Verletzungen konnte nicht nachgewiesen werden. Auch die Art des Katheters oder eine zusätzliche Behandlung der Hinterwand hatten keinen Einfluss auf die Häufigkeit oder den Schweregrad der Verletzungen. „Die Verwendung einer Temperatursonde führt also nicht zu weniger Verletzungen, sondern erhöht sogar das Risiko und die Schwere die Schäden, und das unabhängig von der verwendeten Methode oder dem Kathetertyp“, so Vivien Weisheit.
Die DGK-Young Investigator Awards werden durch eine renommierte Experten-Jury auf der DGK-Jahrestagung an junge klinisch tätige Wissenschaftler verliehen. Der erste Platz ist mit 1.500 Euro dotiert, alle weiteren mit jeweils 500 Euro.
Foto (v.l.n.r.): Prof. Dr. Stephan Willems, Preisträgerin 2. Platz Felicitas Lemmer, Prof. Dr. Larissa Fabritz, Preisträgerin 1. Platz Vivien Weisheit, Preisträger 2. Platz Christian Gold, Prof. Dr. Stefan Blankenberg (nicht auf dem Bild: Preisträger 2. Platz Julian Segolsson) – (c) DGK/Thomas Hauss

