Magdeburg. Unter dem Motto „Pankreaskarzinom: Früherkennung und moderne Therapie“ kamen am 8. und 9. Mai 2026 in Magdeburg renommierte Expertinnen und Experten aus Medizin und Wissenschaft zusammen. Neben hochkarätigen Fachvorträgen, unter anderem von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, bot die Veranstaltung Raum für persönlichen Austausch. In Gesprächsgruppen konnten Betroffene und Angehörige Erfahrungen teilen, sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.
Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer (Universität Witten/Herdecke). Die wissenschaftliche Leitung lag bei Prof. Dr. med. Dr. h. c. Roland S. Croner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Magdeburg, sowie Prof. Dr. med. Karsten Ridwelski, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Klinikums Magdeburg. Gemeinsam mit Lutz Otto, Vorstandsvorsitzendem des Arbeitskreises der Pankreatektomierten – AdP e. V., gestalteten sie das wissenschaftliche Programm der Tagung.
Prof. Grönemeyer sprach in seinem Vortrag „Gesunder Lebensstil und Umgang mit einer Karzinomerkrankung“ über die Bedeutung eines bewussten Lebensstils und einer ganzheitlichen medizinischen Begleitung. Er betonte:
„In meinen 40 Jahren als praktizierender Arzt habe ich gelernt: Jeder Mensch ist einzigartig – sowohl in seiner Persönlichkeit als auch in seiner Erkrankung und seiner körperlichen Konstitution. Entscheidend ist deshalb die Frage: Wie bewege ich mich richtig, wie ernähre ich mich gesund und wie finde ich zu Entspannung und Wohlbefinden – ein Leben lang? Die ADP leistet dabei seit inzwischen 50 Jahren eine wunderbare Arbeit. Sie arbeitet im Team, gibt Orientierung und begleitet Menschen mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen oder Diabetes auf regionaler Ebene. Deshalb bin ich sehr gern Schirmherr dieser wichtigen Initiative.
Ebenso wichtig ist es, auf sich selbst zu hören und einen guten Hausarzt an seiner Seite zu haben, der einen ein Leben lang begleitet. Zudem sollten wir lernen, Multimedia so weit zu reduzieren, dass wir uns selbst wieder spüren – das gilt für Jugendliche genauso wie für Erwachsene. Man muss nicht jeden Hype mitmachen.“
Auch Prof. Croner, der Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Arbeitskreises der Pankreatektomierten ist, hob die Bedeutung des Austauschs mit Betroffenen hervor:
„Der direkte Austausch mit den Patienten ist für uns besonders wertvoll. Durch ihre Rückmeldungen erhalten wir wichtige Erkenntnisse über die Langzeiteffekte unserer Therapien und darüber, welche Auswirkungen sie auf das Leben der Betroffenen haben. Gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten und durch den Schulterschluss mit der AdP können wir Diagnostik und Therapie kontinuierlich innovativ weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, effektive diagnostische Mittel und wirksame Therapien zu entwickeln, die den Patienten nachhaltig zugutekommen.“
Das Programm wurde durch Grußworte in Form von Videobotschaften des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Gesundheit, Tino Sorge sowie der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne, bereichert.
Die Teilnehmenden erwartete ein vielseitiges wissenschaftliches Programm mit aktuellen Entwicklungen in Diagnostik, Therapie und Forschung. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Enzymsubstitution bei exokriner Pankreasinsuffizienz, moderne diagnostische Verfahren bei benignen und malignen Pankreaserkrankungen, die Entwicklung der Pankreaschirurgie über vier Jahrzehnte sowie das Zusammenspiel von Diabetes mellitus und Pankreaserkrankungen.
Darüber hinaus wurden innovative Ansätze wie KI-gestützte Bluttests zur Früherkennung von Pankreastumoren sowie robotische und individualisierte Präzisionschirurgie vorgestellt. Auch aktuelle onkologische Therapiestrategien wurden kritisch diskutiert und wissenschaftlich eingeordnet.
Ergänzend fanden themenspezifische Gesprächsgruppen zu Chirurgie, Endoskopie, Rehabilitation und Ernährung, zur Krankheitsbewältigung sowie zum Austausch unter Angehörigen statt. Diese boten einen geschützten Rahmen für vertiefende Diskussionen und persönliche Gespräche.
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Foto 1:
(v. l.) Prof. Dr. med. Dr. h. c. Roland S. Croner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Magdeburg, Lutz Otto, Vorstandsvorsitzender des Arbeitskreises der Pankreatektomierten – AdP e. V., sowie Prof. Dr. med. Karsten Ridwelski, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Klinikums Magdeburg. Gemeinsam übernahmen sie die wissenschaftliche Leitung und führten durch das Tagungsprogramm.
(C) Fotografin: Melitta Schubert / UMMD

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Foto 2:
Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer (Universität Witten/Herdecke). Die Veranstaltung stand unter seiner Schirmherrschaft.
(c) Fotografin: Ögelin Düzel / UMMD
