Trump wollte bereits in seiner ersten Amtszeit Tausende Soldaten aus Deutschland abziehen – doch sein Nachfolger Biden stoppte die PlĂ€ne. Jetzt will seine Regierung erneut Ernst machen.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Abzug von etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Man gehe davon aus, dass der Abzug innerhalb der nĂ€chsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein werde, teilte ein Sprecher des Pentagons der Deutschen Presse-Agentur mit. Diese Entscheidung folge einer grĂŒndlichen ĂberprĂŒfung der US-TruppenprĂ€senz in Europa. Sie trage den Anforderungen der Einsatzgebiete sowie den Bedingungen vor Ort Rechnung, hieĂ es.
Trump hatte jĂŒngst bereits angekĂŒndigt, einen entsprechenden Schritt zu prĂŒfen. Zuvor hatte er deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz geĂŒbt, weil dieser sich kritisch ĂŒber die US-Offensive gegen den Iran geĂ€uĂert hatte.
Aktuell fast 40.000 US-Soldaten in Deutschland
In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende groĂe US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte. Bei den weltumspannenden EinsĂ€tzen der Amerikaner – etwa im Nahen Osten – sind sie von enormer Bedeutung: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert oder auch Verletzte versorgt. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando fĂŒr Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige StĂŒtzpunkte unterhalten die USA in Italien und in GroĂbritannien.
Aktuell sind nach Angaben des US-MilitĂ€rs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert â davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verĂ€ndert sich regelmĂ€Ăig, auch wegen Rotationen und Ăbungen.
Trump wollte schon einmal Truppen abziehen
Der US-Kongress hatte Ende vergangenen Jahres einen Sicherheitsmechanismus beschlossen: Die Gesamtzahl der StreitkrĂ€fte, die dauerhaft im ZustĂ€ndigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, darf nicht lĂ€nger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Danach mĂŒssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen.
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Damals hatte er einige Monate vor seinem Abschied aus dem WeiĂen Haus angekĂŒndigt, er wolle 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Mehrere Tausend davon sollten innerhalb von Europa verlegt werden, andere sollten in die USA zurĂŒckkehren. Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafaktion fĂŒr die aus seiner Sicht mangelnden deutschen MilitĂ€rausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die PlĂ€ne dann nach seinem Amtsantritt.
In Trumps zweiter Amtszeit gab es zunÀchst andere Signale
In seiner zweiten Amtszeit hatte Trump Deutschland zunÀchst Hoffnung gemacht, die dort stationierten US-Soldaten in bisheriger TruppenstÀrke zu belassen. Bei einem Besuch von Merz in Washington im Sommer vergangenen Jahres sagte er auf Nachfrage einer Reporterin, wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit. «Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem.»
Erst im MÀrz hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben bei einem weiteren Besuch in Washington zugesagt, dass die USA an ihrer TruppenprÀsenz in Deutschland festhalten wollten. «Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe», sagte der CDU-Vorsitzende nach einem Treffen mit Trump.
VerhÀltnis von Trump und MÀrz hat sich verschlechtert
Der Bundeskanzler und der US-PrĂ€sident pflegten monatelang ein recht gutes VerhĂ€ltnis zueinander – mit Blick auf den Iran-Krieg schlug Merz zuletzt aber öffentlich kritische Töne an. Bei einer Diskussion mit SchĂŒlern im Sauerland sagte er Anfang der Woche: «Da wird eine ganze Nation gedemĂŒtigt durch die iranische StaatsfĂŒhrung.» Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, «weil die Iraner offensichtlich stĂ€rker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich ĂŒberzeugende Strategie haben.»
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 02. Mai 2026
