Welt-Pankreaskrebstag am 20. November 2025

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Magdeburg. Jedes Jahr im November wird weltweit der Welt-Pankreaskrebstag begangen. Die Aktion begann 2014 mit der lila Beleuchtung der Musikhalle Ludwigsburg und hat sich seitdem zu einer globalen Bewegung entwickelt. Auch die Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD) beteiligt sich erneut: Am 20. November wird der Fahrstuhlschacht in Haus 60a auf dem Campus der UMMD in lilafarbenes Licht getaucht.

Seit zwölf Jahren setzt der mittlerweile fest etablierte Aktionstag ein sichtbares Zeichen im Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs. Über 100 Organisationen aus mehr als 40 Ländern engagieren sich im Rahmen der World Pancreatic Cancer Coalition für mehr Aufmerksamkeit, Aufklärung und Unterstützung. Ziel ist es, eine Erkrankung stärker in den Fokus zu rücken, die häufig spät entdeckt wird und eine äußerst niedrige Überlebensrate aufweist. Zu den weltweiten Aktivitäten gehören Gebäudebeleuchtungen in Lila ebenso wie Informationskampagnen zu Symptomen, Risiken und frühen Warnzeichen. Die Aufmerksamkeit soll Betroffenen Mut machen, die Forschung fördern und die Versorgung nachhaltig verbessern.

Die Bauchspeicheldrüse – ein lebenswichtiges Organ

Die Bauchspeicheldrüse übernimmt essenzielle Aufgaben im Körper: Sie produziert Verdauungsenzyme, die Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette im Darm aufspalten, und reguliert über Hormone wie Insulin und Glukagon den Blutzuckerspiegel. Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt derzeit zu den vierthäufigsten krebsbedingten Todesursachen in Europa und weist unter allen Tumorerkrankungen die schlechteste Überlebensrate auf.

Zertifiziertes Pankreaskarzinomzentrum

Das Pankreaskarzinomzentrum der Universitätsmedizin Magdeburg ist Teil des Viszeralonkologischen Zentrums und seit 2018 nach den strengen Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft und OnkoZert zertifiziert. „Wir wissen heute, dass Patientinnen und Patienten, die in zertifizierten Pankreaskarzinomzentren behandelt werden, einen klaren Überlebensvorteil haben“, betont Prof. Roland S. Croner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Magdeburg. Das Viszeralonkologische Zentrum bildet gemeinsam mit weiteren Organkrebszentren das umfassende Onkologische Zentrum der UMMD.

Im Pankreaskarzinomzentrum arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten aus Chirurgie, Gastroenterologie, Radiologie, Strahlentherapie, Psychoonkologie, Pathologie und Palliativmedizin eng zusammen. Mehrmals pro Woche findet eine interdisziplinäre Tumorkonferenz statt, in der jeder einzelne Fall besprochen und eine individuell angepasste Therapie festgelegt wird.

„Die Behandlung dieser Tumoren gehört in die Hände erfahrener Expertinnen und Experten, die rund um die Uhr alle Therapieoptionen vorhalten können. Unsere Teams begleiten jeden Eingriff, wodurch wir eine gleichbleibend hohe Qualität sicherstellen können. Wir setzen offene, minimal-invasive und roboterassistierte Verfahren ein. Gerade bei komplexen Operationen können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten – als zertifiziertes Zentrum stehen wir jederzeit mit unserer gesamten Expertise bereit. Überdies forschen wir an molekularen Methoden, um Tumore an der Bauchspeicheldrüse in frühen Stadien zu identifizieren. Auch haben wir einen Zystenpass ins Leben gerufen, mit dessen Hilfe wir Bauchspeicheldrüsenzysten beobachten und im Verlauf beurteilen können und dann agieren, wenn sich diese auffällig verändern, um die Entstehung eines Tumors zu vermeiden“, erklärt Prof. Croner. Damit ist das Pankreaskarzinomzentrum der UMMD nicht nur in der Therapie, sondern auch in der Vorsorge und Prävention von Bauchspeicheldrüsenkrebs aktiv.

Der Zystenpass kann kostenfrei bezogen werden. Weitere Informationen dazu finden Interessierte hier.

Betroffene unterstützen – Bewusstsein schaffen

Der Welt-Pankreaskrebstag macht auf die besonderen Herausforderungen dieser Erkrankung aufmerksam und vermittelt Betroffenen, dass sie nicht allein sind. Gleichzeitig zeigt er, wie wichtig die Behandlung in spezialisierten Zentren ist.

Die Idee zum Welt-Pankreaskrebstag entstand 2013, als Vertreter verschiedener Organisationen über neue Wege berieten, die Öffentlichkeit stärker für Bauchspeicheldrüsenkrebs zu sensibilisieren. Daraus ging ein internationaler Arbeitskreis hervor, der den World Pancreatic Cancer Day (WPCD) ins Leben rief.

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Foto (Archiv): Fahrstuhlschacht im Haus 60a auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg mit lilafarbener Beleuchtung.

Fotograf: Sven Denning/ UMMD