Ronzheimer: Trumps Krieg erschüttert Deutschland. Mit Hasnain Kazim

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Wie viel Hoffnung steckt in Trumps Iran-Krieg – und wie groß ist das Risiko, dass alles noch schlimmer endet?

Hasnain Kazim, langjähriger SPIEGEL-Auslandskorrespondent (u.a. Pakistan, Türkei) und heute Autor in Wien, spricht darüber, weshalb er den Schlag grundsätzlich für richtig hält – ohne „Hurra-Krieg“-Rhetorik – und warum Vergleiche mit Irak, Libyen und Afghanistan zwar naheliegen, aber oft als bequeme Ausrede dienen: Viele Kritiker könnten zwar sagen, was alles nicht funktioniert – aber nicht, was stattdessen konkret helfen würde, um ein Regime zu stürzen, das seit Jahrzehnten brutal unterdrückt.

Ein Schwerpunkt: die seltsame Allianz der Ränder. Kazim beschreibt, warum sich in Deutschland/Österreich Linke und Rechte in der Ablehnung des Einsatzes teils erstaunlich ähnlich verhalten – von Anti-Amerikanismus über Russland-Nähe bis zu ideologischen Reflexen – und was das mit Radikalisierung in muslimischen Communities zu tun hat: Liberale Stimmen seien häufig leiser, radikale lauter.

Zum Schluss wird’s persönlich und historisch: Kazim erzählt, warum ihn der Iran schon als Kind beschäftigt hat – von der Rudi-Carrell-Affäre bis zur Rushdie-Fatwa – und knüpft daran sein neues Buch „Der Islam und ich“ (Penguin), das in wenigen Tagen erscheint. Außerdem: Welche Folgen hätte es, wenn Trump am Ende doch einen Deal mit Resten des Regimes macht – und warum ein geschwächtes Regime für die Welt sicherer sein kann, für Oppositionelle im Iran aber dramatisch bleibt.

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Text/Foto: Ronzheimer