Nach intensiver Vermittlung regionaler Staaten wollen sich Vertreter aus den USA und dem Iran heute zu neuen Verhandlungen im Golfstaat Oman treffen. Beide Seiten gehen jedoch mit deutlich unterschiedlichen Positionen in die Gespräche in der Hauptstadt Maskat, die vor dem Hintergrund von Sorgen vor einem neuen Krieg stehen. Antworten auf zentrale Fragen:
Warum verhandeln beide Seiten plötzlich?
Die neue Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran hat viele Experten und auch Menschen im Iran zunächst überrascht. Während des Höhepunkts der iranischen Proteste gegen die autoritäre Staatsführung hatte US-Präsident Donald Trump den Demonstranten signalisiert: Ich stehe an eurer Seite. Mitte vergangenen Monats sprach sich Trump zudem für einen Machtwechsel im Iran aus und begann, das amerikanische Militär in der Region aufzustocken.
Plötzlich signalisierte Trump jedoch seine Bereitschaft für Verhandlungen. Ein Grund dafür dürfte die Krisendiplomatie regionaler Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und der Türkei sein, die ein pragmatisches Verhältnis mit Teheran pflegen und eine militärische Eskalation mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Länder fürchten.
Welche Interessen verfolgt Trump?
Der US-Präsident hat seine Ziele im Iran bislang nicht klar benannt. Die massive militärische Verstärkung signalisiert einerseits, dass sich die USA wohl ernsthaft für einen Konflikt mit Teheran rüsten. Gepaart mit wiederholten Äußerungen zu einem möglichen militärischen Eingreifen seines Landes baute Trump dadurch auch eine Drohkulisse auf.
Von der ist er bis heute nicht abgerückt – auch wenn er inzwischen davon spricht, dass der Iran einen Deal wolle. Seine Botschaft an Teheran lautet nun: Ein Deal ist eure Chance. Schlagt ihr sie aus, riskiert ihr, dass wir euch angreifen. Mithilfe der militärischen Drohkulisse erhöht Trump dabei den Druck auf den Iran, sich seinen Forderungen zu beugen. Er verlangt unter anderem, die Reichweite von ballistischen Raketen zu begrenzen und vollständig auf eine heimische Urananreicherung zu verzichten.
In seiner Verhandlungsposition sieht sich Trump auch durch den US-Angriff auf Venezuela gestärkt, der zur Gefangennahme des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro führte. Tenor seiner Botschaft Richtung Iran: In Venezuela habt ihr gesehen, wozu wir in der Lage sind.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 06. Februar 2026
