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Die UnterhĂ€ndler aus den USA und dem Iran wollen ĂŒber eine dauerhafte Beilegung ihres Konflikts sprechen. Beide Seiten kommen mit langen Wunschlisten nach Islamabad. Kann so eine Einigung gelingen?
Unmittelbar vor Beginn der geplanten FriedensgesprÀche in Pakistan zwischen den USA und dem Iran haben beide Kriegsparteien auf ihren jeweiligen Forderungen beharrt. Der Iran machte seine Teilnahme an den Verhandlungen in der Hauptstadt Islamabad unter anderem von einem Ende der israelischen Angriffe im Libanon abhÀngig. US-PrÀsident Donald Trump drohte seinerseits bereits mit neuen Attacken auf den Iran, falls sich Teheran nicht auf die US-Forderungen einlassen sollte.
Die von VizeprĂ€sident JD Vance gefĂŒhrte US-Delegation und die iranischen UnterhĂ€ndler unter der Leitung von ParlamentsprĂ€sident Mohammad Bagher Ghalibaf stehen vor schwierigen Verhandlungen. Der Zeitplan und das Format der Verhandlungen waren zunĂ€chst noch nicht ganz klar:
- Erste GesprĂ€che dĂŒrften wohl indirekt stattfinden, mit Pakistan als Vermittler zwischen den beiden Seiten. So war es etwa zuletzt auch bei den vom Oman vermittelten AtomgesprĂ€chen gewesen.
- Sollte es Fortschritte geben, könnte es auch zu direkten Verhandlungen kommen. Mit Vance als Leiter der US-Delegation wĂŒrden die GesprĂ€che den ranghöchsten direkten Austausch mit der Islamischen Republik seit geraumer Zeit darstellen.
- Auch eine VerlÀngerung der Verhandlungen auf den Sonntag soll Medienberichten zufolge bei Fortschritten möglich sein.
UN-Chef: USA und Iran sollten Chance nutzen
UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres rief die UnterhĂ€ndler beider Kriegsparteien dazu auf, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemĂŒhen. Sie mĂŒssten die GesprĂ€che in Pakistan als Chance nutzen, «um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu bemĂŒhen», sagte UN-Sprecher StĂ©phane Dujarric.
Die Ausgangslage
Im Laufe der Jahre und unter wechselnden US-PrĂ€sidenten gab es mit dem Iran immer wieder Verhandlungen um Teherans umstrittenes Atomprogramm. Die GesprĂ€che zogen sich jeweils sehr lange hin. Nach gut fĂŒnf Wochen Krieg ist die Ausgangslage nun eine andere:
* Die USA und Israel haben im Iran Tausende Ziele angegriffen, das Land militĂ€risch massiv geschwĂ€cht und einen Teil der FĂŒhrungsriege getötet. Trump meint deswegen, die USA hielten jetzt alle TrĂŒmpfe in der Hand. «Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!», schrieb Trump etwa am Freitag.
* Die neue FĂŒhrung in Teheran sieht sich vor den GesprĂ€chen ebenfalls in einer Position der StĂ€rke: Das Machtsystem der Islamischen Republik ist weiter intakt und die US-VerbĂŒndeten am Persischen Golf mussten schmerzhafte Gegenangriffe verkraften. Vor allem kontrolliert der Iran weiterhin die fĂŒr die globale Energieversorgung entscheidende StraĂe von Hormus - und hĂ€lt damit die Weltwirtschaft in Atem. Aus iranischer Sicht steht Washington auch deswegen unter Zeitdruck. Die Streitpunkte
Selbst, wenn manche Maximalforderungen nur als Verhandlungstaktik dienen sollten, liegen die Positionen der beiden Kriegsparteien weit auseinander.
* Zu den gröĂten Konfliktpunkten zĂ€hlt Irans Blockade der StraĂe von Hormus. Der Iran beansprucht die Kontrolle der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman und plant die EinfĂŒhrung eines Mautsystems. Die USA hingegen fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne GebĂŒhr - wie es auch vor dem Krieg der Fall war.
* Zudem verlangt Washington die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm hoch angereicherten Urans und die Einstellung des iranischen Atomprogramms. Washington will dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen.
* Der Iran wiederum fordert die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie Reparationszahlungen fĂŒr die wĂ€hrend des Kriegs entstandenen SchĂ€den. ------Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 11. April 2026
