Wissenstransfer über Grenzen hinweg: Magdeburger Unfallchirurgen der Universitätsmedizin in Moldawien

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Wissenschaftlicher Austausch, gemeinsame Operationen und gelebte internationale Zusammenarbeit prägen das Seminar „Fractures Around the Knee“ der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO).

Im Frühjahr 2026 nahmen Prof. Dr. Stefan Piatek, Direktor der Universitätsklinik für Unfallchirurgie Magdeburg, Dr. Jan Philipp Schüttrumpf, Stellvertretender Klinikdirektor und Leitender Oberarzt, Bereichsleitung Sporttraumatologie und Rekonstruktive Kniechirurgie und Marcel Marchitan, Oberarzt, Bereichsleitung septische Traumatologie und Defektrekonstruktion, als international geladene Referenten am AO-Seminar „Fractures Around the Knee“ in Chișinău, Moldawien, teil. Die Veranstaltung brachte 65 Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen aus Moldawien und Rumänien zusammen und bot eine hervorragende Plattform für den fachlichen Austausch über aktuelle Behandlungskonzepte rund um komplexe Knieverletzungen.

Im Rahmen des Seminars präsentierten die Magdeburger Experten zwei Fachvorträge. Im Mittelpunkt standen die Diagnostik und operative Versorgung von Patellafrakturen sowie die Behandlung von Knieluxationen mit ihren oftmals komplexen Begleitverletzungen. Die anschließenden Diskussionen verdeutlichten die unterschiedlichen Herangehensweisen in den jeweiligen Gesundheitssystemen und ermöglichten einen intensiven Erfahrungsaustausch über moderne operative Techniken.

Besonderes Interesse fand das in Magdeburg etablierte Behandlungskonzept für Knieluxationen. Dabei werden verletzte Bandstrukturen direkt rekonstruiert und durch ein sogenanntes „Ligament Bracing“ zusätzlich verstärkt. Dieses moderne Verfahren ermöglicht eine frühzeitige Mobilisierung der Patientinnen und Patienten und erzielt nach den Erfahrungen der Magdeburger Unfallchirurgie sehr gute klinische Ergebnisse.

Neben dem wissenschaftlichen Programm stand auch die Pflege langjähriger internationaler Kontakte im Mittelpunkt. Bereits im Jahr 2022 gründeten die Magdeburger Unfallchirurgen gemeinsam mit ihren moldawischen Kolleginnen und Kollegen die „Deutsch-Moldawische Unfallchirurgische Freundschaft“. Im Rahmen dieses ersten Besuchs wurde die in Magdeburg entwickelte Patella-Korbplatte vorgestellt – eine innovative Osteosynthesetechnik zur Versorgung von Kniescheibenbrüchen, die inzwischen auch in Moldawien vereinzelt eingesetzt wird. Die ersten Eingriffe dieser Art begleiteten die Magdeburger Ärzte damals an der Staatlichen Universität für Medizin und Pharmazie „Nicolae Testemițanu“.

Ein besonderer Höhepunkt des diesjährigen Aufenthalts war die gemeinsame operative Versorgung zweier moldawischer Patienten vor Ort. Bei einem Fußballspieler der ersten moldawischen Liga wurde ein Außenmeniskus-Korbhenkelriss arthroskopisch refixiert und mit modernen All-Inside-Nahtsystemen versorgt. Diese gewebeerhaltende Technik wird in Moldawien bislang nur selten angewendet und bietet dem jungen Sportler gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückkehr in den Leistungssport.

Bei einem zweiten Patienten mit wiederkehrender Verrenkung der Kniescheibe erfolgte die operative Stabilisierung mittels einer Bandplastik aus körpereigenem Sehnengewebe. Beide Eingriffe dienten zugleich dem praktischen Wissenstransfer und der Weiterbildung der moldawischen Kolleginnen und Kollegen.

Als weiteres Zeichen der engen Zusammenarbeit wird in den kommenden Monaten ein moldawischer Assistenzarzt zu einer Hospitation nach Magdeburg kommen. Der Austausch soll die fachliche Qualifikation des chirurgischen Nachwuchses fördern und die wissenschaftliche Kooperation zwischen beiden Ländern weiter stärken.

Die Reise nach Chișinău erwies sich sowohl wissenschaftlich als auch persönlich als großer Erfolg. Das AO-Seminar „Fractures Around the Knee“ bot eine ausgezeichnete Plattform für Wissenstransfer, internationale Zusammenarbeit und die Vertiefung freundschaftlicher Beziehungen zwischen deutschen und moldawischen Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen. Die Magdeburger Delegation plant, die erfolgreiche Kooperation auch künftig fortzuführen und die internationale Vernetzung der Unfallchirurgie weiter auszubauen.

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Gruppenfoto: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des AO-Seminars „Fractures Around the Knee“ in Chișinău mit den internationalen Referenten aus Deutschland, Moldawien und Rumänien.

Fotoquelle: Dr. Jan Philipp Schüttrumpf

Foto2: Dr. Jan Philipp Schüttrumpf während einer fachlichen Diskussion beim AO-Seminar in Chișinău.

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Foto3: Gemeinsame operative Versorgung eines moldawischen Patienten durch das deutsch-moldawische Team vor Ort. Die Eingriffe dienten zugleich dem fachlichen Austausch und der Weiterbildung vor Ort. v.l.n.r.: Dr. Jan Ph. Schüttrumpf, OP-Schwester Elena, Dr. Alexander Betsior (Unfallchirurg Moldawien)

Fotoquelle: Dr. Jan Philipp Schüttrumpf