Magdeburg. Die Universitätsmedizin Magdeburg lädt zum fünften Teil der Ringvorlesung „Demokratie trifft Medizin“ ein. Magdeburger Neurowissenschaftler zeigen heute am 19. Mai, warum positives Denken nicht nur die Hirngesundheit stärkt, sondern auch demokratische Gesellschaften trägt.
Wann: Dienstag, den 19. Mai 2026, 17:00 bis 19:00 Uhr
Ort: Hörsaal, Haus 7, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Zum Inhalt der Veranstaltung:
Zwei renommierte Wissenschaftler der Universitätsmedizin Magdeburg eröffnen spannende Perspektiven auf zentrale Fragen unserer Zeit:
Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg, widmet sich der Frage, welche Bedeutung Werte, Freiheit und Verantwortung für eine demokratische Gesellschaft haben. Aus neurobiologischer und philosophischer Perspektive zeigt er auf, wie moralische Werte im menschlichen Denken verankert sind und weshalb Demokratie die Grundlage für ein sinnerfülltes Leben bildet. Prof. Heinze betont: „Werte geben unserem Handeln Orientierung. Sie ermöglichen uns, Entscheidungen bewusst zu treffen und unser Leben in Verantwortung für uns und andere zu gestalten.“
Prof. Dr. Emrah Düzel, Direktor des Instituts für Kognitive Neurologie und Demenzforschung Magdeburg sowie Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Magdeburg, wird über die zentrale Rolle von Optimismus für die Erhaltung der Hirngesundheit sprechen. Optimismus ist neurobiologisch an die Fähigkeit des Gedächtnisses gekoppelt, Vergangenheit und Zukunft im Geiste zu verbinden. So erkennt der Mensch neue, noch nicht erlebte Möglichkeiten, aus denen Neugier und das motivierte Streben nach Erkenntnis entstehen. Ohne Optimismus würden Risiken überbewertet und Menschen im Altbekannten verharren. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass das Gegenteil von Optimismus – das repetitive Verharren in negativen Denkszenarien – ein Risikofaktor für die Hirngesundheit ist und Prozesse der Hirnalterung sowie bestimmte Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung beschleunigen kann. In solchen Phasen fehlt dem Gehirn Raum für Neugier, exploratives Denken und die Bereitschaft, Neues zu wagen. Zugleich sind Erkenntnisstreben und Optimismus demokratische Grundhaltungen, um Herausforderungen gemeinschaftlich zu lösen.
Prof. Düzel wird zudem darauf eingehen, welche Bedingungen Optimismus und Neugier fördern und welche Barrieren einer gesunden mentalen Entwicklung entgegenstehen.
Die Ringvorlesung stellt damit die Schnittstelle von Medizin und Demokratie in den Mittelpunkt: Während Politik die Gestaltung unserer Welt prägt, schafft die Medizin die Grundlage für bewusstes, empathisches und verantwortungsvolles Handeln.
Zum Abschluss unterstreicht Prof. Heinze: „Als medizinische Einrichtung tragen wir Verantwortung dafür, Wissen zu vermitteln, Orientierung zu geben und Menschen zu stärken. Das ist ein wesentlicher Beitrag zu einer reflektierten und resilienten Gesellschaft.“
Die Universitätsmedizin Magdeburg freut sich auf zahlreiche Gäste und anregende Diskussionen.
Foto: Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze (c) UMMD
