Jahresabschluss
Der MDR-Rundfunkrat hat in seiner Sitzung am 29.06.2026 den MDR-Jahresabschluss 2025 genehmigt. Der MDR-Verwaltungsrat hatte zuvor den von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testierten und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss festgestellt.
Der MDR hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 13,2 Mio. Euro abgeschlossen. Dies bedeutet gegenüber 2024 eine Reduzierung des Fehlbetrages um 31,1 Mio. Euro, die insbesondere auf die forcierten Sparanstrengungen des MDR und auf die im Vergleich zum Vorjahr fehlenden Sportgroßereignisse zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkte die nicht erfolgte Beitragsanpassung.
MDR-Rundfunkratsvorsitzender Kai Ostermann: „Der Jahresabschluss 2025 macht deutlich, unter welch anspruchsvollen finanziellen Rahmenbedingungen sich der MDR derzeit bewegt. Der Rundfunkrat verfolgt die wirtschaftliche Entwicklung des Senders und die eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen aufmerksam. Für den Rundfunkrat steht dabei insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie der MDR auch unter veränderten finanziellen Bedingungen seinen staatsvertraglichen Auftrag erfüllen und die Menschen im Sendegebiet mit qualitativ hochwertigen Angeboten erreichen kann. Die Auswirkungen der eingeleiteten Maßnahmen auf Auftragserfüllung, Angebotsportfolio und Zielgruppen werden den Rundfunkrat daher auch weiterhin intensiv beschäftigen.“
MDR-Verwaltungsratsvorsitzende Barbara Ludwig: „Der MDR hat im Jahr 2025 äußerst sparsam und verantwortungsbewusst gewirtschaftet. Der Verwaltungsrat wird seine Aufsichtsfunktion auch künftig konsequent ausüben und die Umsetzung der erforderlichen Einsparmaßnahmen eng begleiten.“
MDR-Intendant Ralf Ludwig: „Der MDR ist auch 2025 mit den ihm anvertrauten Mitteln verantwortungsvoll umgegangen. Der Jahresfehlbetrag wird plangemäß in voller Höhe mit den noch vorhandenen Rücklagen verrechnet, die jedoch zu Ende gehen. Der MDR hatte deshalb bereits im Jahr 2024 ein umfangreiches Sparpaket von 160 Mio. Euro für den Zeitraum 2025 bis 2028 aufgelegt. Aufgrund der nach wie vor ausstehenden Beitragsanpassung, allein im Jahr 2025 fehlten dem MDR hieraus rd. 20 Mio. Euro, sind wir nun gezwungen, zusätzlich weitere Einschnitte im Programm vorzunehmen. Das schmerzt sehr, da wir unseren treuen Nutzerinnen und Nutzern, die uns finanzieren, so leider beliebte und wichtige Inhalte nicht anbieten können.“
Geschäftsbericht
Der Rundfunkrat nahm zudem den MDR-Geschäftsbericht 2025 zur Kenntnis.
„Polizeiruf 110″: Zustimmung zu zwei Produktionen
Der MDR-Rundfunkrat hat außerdem der Produktion von zwei neuen „Polizeiruf 110″-Filmenaus Magdeburg zugestimmt, die noch im Jahr 2026 gedreht werden sollen. Die Dreharbeiten für den „Polizeiruf 110: ,Die Wütende'“ (Arbeitstitel) sind im September geplant (Ausstrahlung 2028). Die Dreharbeiten für den „Polizeiruf 110: ‚Hilferuf'“ (Arbeitstitel) sollen im November 2026 stattfinden (Ausstrahlung 2029).
Bei den beiden „Polizeiruf 110″-Produktionen handelt es sich um bereits geplante Produktionen, die vom angekündigten dreijährigen Produktionsstopp ab 2027 wegen der ausstehenden Beitragsanpassung nicht betroffen sind.
Kai Ostermann, Vorsitzender des MDR‑Rundfunkrates: „Der ‚Polizeiruf 110′ aus Magdeburg gehört seit vielen Jahren zu den prägenden fiktionalen Angeboten des MDR. Die hohe Akzeptanz beim Publikum, die regionale Verankerung sowie die gesellschaftlich relevanten Themen machen seine besondere Bedeutung innerhalb des Programmportfolios deutlich. Die heutige Entscheidung steht zugleich in einem größeren Zusammenhang. Der Rundfunkrat wird sich in den kommenden Monaten intensiv mit der Frage befassen, welche Rolle fiktionale Angebote künftig im Gesamtportfolio des MDR spielen und wie sich programmstrategische Veränderungen auf unterschiedliche Zielgruppen und die Auftragserfüllung auswirken.“
Ralf Ludwig, MDR‑Intendant: „Ich bedanke mich beim Rundfunkrat für die fortwährende Zustimmung zum ‚Polizeiruf 110′ aus Magdeburg. Erneut werden Themen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz aufgegriffen und für ein Millionenpublikum spannend erzählt. Die beiden ‚Polizeirufe‘ werden auch dieses Mal von im MDR-Sendegebiet ansässigen Produktionsfirmen hergestellt. Das zahlt auf das Ziel des MDR ein, die regionale Produktions- und Kreativwirtschaft kontinuierlich und konsequent zu fördern. Umso mehr bedaure ich es, dass der ‚Polizeiruf 110′ ab 2027 für drei Jahre pausieren muss, weil es die Einsparnotwendigkeiten erfordern.“
Der „Polizeiruf 110: ‚Die Wütende'“ wird von der Produktionsfirma „42film“ mit Sitz in Halle (Saale) im Auftrag des MDR hergestellt; den „Polizeiruf 110: ‚Hilferuf'“ produziert die Produktionsfirma „UFA MITTE“ mit Sitz in Leipzig – ebenfalls im Auftrag des MDR.
Zum Inhalt des neuen „Polizeirufs: ‚Die Wütende'“ (Arbeitstitel): Bei einem Feuer in einer Magdeburger Wohnung ist eine Frau verbrannt. Das Opfer Nicole „Nicky“ Schlesinger war nicht nur in ihrem Viertel bekannt; als Frau mit Alkohol- und Drogenproblemen geriet sie des Öfteren auch ins Visier der Polizei. Nichts deutet zunächst auf Fremdverschulden hin. Doch Kriminalhauptkommissarin Brasch ist skeptisch und erklärt die Wohnung zum Tatort. Die Obduktion gibt ihr Recht: Nicky ist mit großer Wahrscheinlichkeit schon vor dem Ausbruch des Feuers tot gewesen. Außerdem hat sie eine Mittelgesichtsfraktur erlitten, ein Tötungsdelikt ist nicht mehr auszuschließen. Von einer Sozialarbeiterin erfährt Brasch, dass Nicky wenige Wochen zuvor zwei Polizeibeamte der Vergewaltigung bezichtig haben soll. Handelt es sich bei dem Wohnungsbrand um einen Vertuschungsmord? Brasch ermittelt intern, doch der Widerstand gegen ihre Ermittlungen wächst…
Zum Inhalt des neuen „Polizeirufs: ‚Hilferuf'“ (Arbeitstitel): Auf dem Polizeirevier begegnet Kriminalhauptkommissarin Brasch Tanja – eine Frau, die Anzeige gegen ihren Mann wegen häuslicher Gewalt erstatten will. Sie wirkt verängstigt, ihr Mann Heiko ist im Besitz mehrerer Waffen. Bereits in der Vergangenheit hatte sie Anzeige gegen ihn erstattet, diese dann aber wieder zurückgezogen. Eine Gefährderansprache soll Heiko von Tanja fernhalten. Doch die Kollegen tauchen nie bei Heiko auf. Stattdessen kommt es zu einem erneuten Gewaltausbruch gegenüber Tanja. Zeugen gibt es nicht. Die alarmierten Beamten glauben Heikos Darstellung des Vorgangs. Tanja bleibt ungehört. Brasch gelingt es, sie im Frauenhaus unterzubringen. Doch kann sie Heiko keine Schuld nachweisen. Sie versucht Kontakt zu Tanjas Söhnen aufzunehmen, um Schlimmeres zu verhindern. Dann entscheidet sich Tanja zu Heiko zurückzugehen. Die Gewalt eskaliert erneut. Tanja gelingt es endlich sich zu trennen und eine eigene Wohnung zu bekommen. Mit fatalen Folgen…
Auch diese Krimis erfüllen, wie alle anderen vom MDR beauftragten Sonntagskrimis, die ökologischen Standards für deutsche Kino-, TV- und Online-/VoD-Produktionen. Diese hat der „Arbeitskreis Green Shooting“ – ein Bündnis von Produktionsunternehmen, Sendern, Filmförderungen, VoD-Diensten und Verbänden – eingeführt, um zu einer ökologisch nachhaltigeren Produktionsweise zu gelangen und den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren.
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Foto: Rundfunkratssitzung am 29.06.2026, © MDR/Kirsten Nijhof
