High-Tech Park Sachsen-Anhalt wird weiterentwickelt

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Magdeburg. Der High-Tech Park Sachsen-Anhalt (HTP) im Südwesten der Landeshauptstadt Magdeburg soll weiterentwickelt werden. Die Landesregierung hat sich heute auf eine erweiterte strategische Ausrichtung des Industrie- und Gewerbegebiets geeinigt. Hintergrund ist die Entscheidung des ursprünglich vorgesehenen Ankerinvestors Intel, das geplante Fertigungsvorhaben am Standort Magdeburg nicht weiterzuverfolgen. Bereits im Oktober 2024 hatte die Landesregierung beschlossen, die Entwicklung des HTP unabhängig von einem einzelnen Investitionsvorhaben fortzuführen und die infrastrukturellen Voraussetzungen für künftige technologieorientierte Ansiedlungen weiter auszubauen.

Mit dem heutigen Beschluss wird der strategische Rahmen für die weitere Entwicklung des Standorts festgelegt.

Die Landesregierung definiert hierfür vier zentrale Handlungsfelder:

  1. Strategische Ausrichtung

Ziel ist es, den HTP als leistungsfähigen, international ausgerichteten High-Tech-Standort des Landes Sachsen-Anhalt strukturell zu sichern und zukunftsfähig auszurichten. Ergänzend zur Mikroelektronik werden daher weitere technologieorientierte Nutzungsszenarien berücksichtigt, die den Fokus des Standorts erweitern und eine breitere technologische Anschlussfähigkeit ermöglichen. Hierzu zählen insbesondere Anwendungen der digitalen Industrie und Industrie 4.0-Anwendungen, daten- und KI-gestützte Technologien sowie technologiebezogene Ansätze im Bereich Energie- und Umwelttechnik (CleanTech).

  1. Grundstückserwerb und gesamtheitliche Erschließung

Intel ist Eigentümer der für das ursprüngliche Investitionsvorhaben erworbenen Flächen in der Gemarkung Magdeburg sowie von Teilflächen in der Gemarkung Sülzetal (ca. 400 Hektar).

Die Weiterentwicklung des High-Tech Parks Sachsen-Anhalt erfordert eine langfristig steuerbare und integrierte Gesamtentwicklung des Standorts. Die Überführung der Intel-Flächen in das Flächenportfolio des HTP soll weiterverfolgt werden.

  1. Infrastrukturelle Weiterentwicklung

Leistungsfähige Infrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für die Ansiedlung technologieintensiver Unternehmen. Daher sollen die Versorgungsstrukturen für den HTP gezielt weiterentwickelt werden.

Zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung wird die Planung eines Elbwasserwerks vorbereitet. Gleichzeitig sollen die Energieinfrastruktur und die verfügbaren Netzkapazitäten im Umfeld des Standorts weiter ausgebaut werden, um zukünftige Ansiedlungen zuverlässig versorgen zu können.

  1. Fachkräftesicherung

Neben Flächen und Infrastruktur ist die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung des HTP. Vor dem Hintergrund bestehender Engpässe in technischen und digitalen Berufen sollen die Maßnahmen zur Fachkräftesicherung weiterentwickelt werden. Dazu zählen insbesondere die Stärkung der dualen Ausbildung in technischen Berufen, die Weiterentwicklung einschlägiger Studienangebote sowie die gezielte Weiterqualifizierung bestehender Fachkräftepotenziale. Ergänzend sollen internationale Fachkräfte gewonnen und der Anteil von Frauen in technischen Berufen weiter erhöht werden.

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Text/Foto: Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt am 10. März 2026