Arbeitsgemeinschaft der Rettungsdienste in Magdeburg: In Krisenlagen zählen die Menschen, nicht die Organisationsgrenzen

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Magdeburg. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser Hilfsdienst (MHD) arbeiten seit 2015 als eingespielte Arbeitsgemeinschaft (ARGE) im Rettungsdienst der Stadt Magdeburg zusammen. Die Kooperation lebt von Anerkennung und Respekt, Solidarität und klaren Abläufen. „Was uns stark macht, ist die enge Verzahnung und das gegenseitige Vertrauen – dadurch sind wir in Krisenlagen schnell handlungsfähig“, sagt Mario Großmann, stellvertretender Diözesan- und Bezirksgeschäftsführer der Malteser in Sachsen-Anhalt

In den vergangenen Jahren war die ARGE bei vielen anspruchsvollen Einsätzen gefordert – jeder einzelne davon gleich wichtig für den Schutz der Bevölkerung:

  • Hochwasserkatastrophen (2002, 2013): Mitarbeit in der Technischen Einsatzleitung, Evakuierungen sowie Unterbringung und Versorgung in Zusammenarbeit mit der der DLRG und dem DRK.
  • Funde von Weltkriegsbomben: Organisation und Unterstützung großflächiger Evakuierungen.
  • Corona-Pandemie: Betrieb und Besetzung von Impfzentren sowie medizinische Betreuung.
  • Flüchtlingshilfe (ab 2015): Einrichtung von Notquartieren, unter anderem in der Hermann-Gieseler-Halle, und Versorgung betroffener Menschen; Mitarbeit im Krisenstab
  • Großveranstaltungen: medizinische Absicherung von Stadtfesten, Konzerten und Sportereignissen.
  • Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt: enge und professionelle Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte war entscheidend für die Bewältigung der Lage.

„Ob Hochwasser, Pandemie oder Bombenfund – jede Lage ist für uns gleich wichtig, weil es immer um Menschenleben geht“, so Thomas Glückstein, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Magdeburg/Börde/Harz. Regelmäßige Übungen, ein gemeinsamer Informationsaustausch und ein einheitliches Lagebild sorgen für reibungslose Abläufe. Im Katastrophenschutz treten Zugehörigkeiten zu einer Hilfsorganisation bewusst in den Hintergrund, damit Ressourcen optimal genutzt werden können. „Wir können organisationsübergreifend quasi ‚blind‘ zusammenarbeiten – das rettet Leben und spart Geld und Zeit“, erklärt Antje Ruddat, Geschäftsführerin Arbeiter-Samariter-Bund, Regionalverband Magdeburg.

Die bestehende Technik der Hilfsorganisationen gemeinsam zu nutzen und Prozesse zur Vermeidung von Doppelarbeiten in Lagen gezielt aufeinander abzustimmen, hat sichtbar zur Steigerung der Einsatzfähigkeit und Kosteneffizienz geführt und kommt damit direkt der Stadt sowie ihren Einwohnerinnen und Einwohnern zugute. Die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit hat sich damit nachhaltig zu einem Erfolgsmodell für Magdeburg entwickelt, sind sich alle Geschäftsführer und Vorstände einig.

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Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Rettungsdienste in Magdeburg

Foto (c) ASB Magdeburg