Der Iran hat für ein Friedensabkommen mit den USA weitreichende Forderungen gestellt, darunter ein Ende der Feindseligkeiten an allen Fronten, den Abzug der US-Truppen aus der Region und Reparationen für die Schäden der amerikanisch-israelischen Angriffe. Zudem verlange die Regierung in Teheran die Aufhebung der Sanktionen, die Freigabe eingefrorener Gelder und ein Ende der US-Seeblockade, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna am Dienstag unter Berufung auf Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi.
Die Bedingungen ähneln einem früheren Angebot, das US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche noch als „Müll“ bezeichnet hatte. Am Montag erklärte Trump jedoch, er habe geplante neue Angriffe auf den Iran vorerst ausgesetzt, nachdem ein neuer Friedensvorschlag in Washington eingegangen sei. Es gebe nun eine sehr gute Chance auf ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Zuvor hatten die Staatschefs von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Trump gebeten, mit einem neuen Angriff zu warten.
Trump steht unter Druck, eine Einigung zu erzielen, um die Straße von Hormus – eine wichtige Route für die weltweite Ölversorgung – wieder zu öffnen. „Wenn wir das schaffen, ohne sie in Grund und Boden zu bomben, wäre ich sehr glücklich“, sagte Trump vor Journalisten. Ein pakistanischer Insider bestätigte, dass die Regierung in Islamabad den iranischen Vorschlag an Washington übermittelt habe.
INSIDER: KOMPROMISSE MÖGLICH
In den seit einem Monat stockenden Verhandlungen deuten sich mögliche Kompromisse an. Ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter sagte am Montag, die USA hätten sich bereit erklärt, ein Viertel der im Ausland eingefrorenen iranischen Gelder in zweistelliger Milliardenhöhe freizugeben. Der Iran fordert jedoch die Freigabe aller Vermögenswerte. Zudem habe Washington mehr Bereitschaft signalisiert, dem Iran bestimmte friedliche nukleare Aktivitäten unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu gestatten. Die US-Regierung hat bislang keine Zugeständnisse bestätigt.
Der Ende Februar von Trump begonnene Krieg hatte bis zu einer Waffenruhe Anfang April Tausenden Menschen im Iran das Leben gekostet. Israel tötete zudem bei seiner Invasion im Libanon im Kampf gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz Tausende weitere Menschen und trieb Hunderttausende in die Flucht. Bei iranischen Angriffen auf Israel und benachbarte Golfstaaten starben Dutzende Menschen. Die Waffenruhe mit dem Iran hält weitgehend, auch wenn zuletzt Drohnen aus dem Irak in Richtung von Golfstaaten wie Saudi-Arabien und Kuwait gestartet wurden, offenbar vom Iran und seinen Verbündeten.
Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatten den Krieg begonnen, um die iranische Unterstützung für regionale Milizen einzudämmen, das Atomprogramm zu zerstören und die Voraussetzungen für einen Sturz der Führung in Teheran zu schaffen. Bislang hat der Krieg jedoch weder die iranischen Bestände an fast waffenfähigem Uran vernichtet noch die militärischen Fähigkeiten des Landes entscheidend geschwächt. Auch die geistliche Führung der Islamischen Republik überstand die Angriffe ohne Anzeichen einer organisierten Opposition.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 19. Mai 2026
