Seit rund zwei Wochen gehen Menschen im Iran auf die Straße. US-Präsident Trump warnte die Führung in Teheran vor Gewalt gegen die Protestierenden. Laut Berichten denkt er über Militärschläge nach.
US-Präsident Donald Trump hat den Teilnehmern der Massenproteste gegen die autoritäre Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert. «Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Wie die Hilfe aussehen soll, ist unklar. Die «New York Times» meldete unter Berufung auf US-Beamte, Trump sei in den vergangenen Tagen über neue Optionen für Militärschläge im Iran informiert worden. Er erwäge ernsthaft, seine Drohung wahrzumachen, das Land wegen der Unterdrückung der Proteste anzugreifen.
Schon zuvor hatte Trump Teheran vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. «Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun», sagte er in einer am Donnerstag veröffentlichten Folge des Podcasts «The Hugh Hewitt Show». Laut dem «Wall Street Journal» führten US-Beamte erste Gespräche darüber, wie ein Angriff auf den Iran durchgeführt werden könnte, sollte dies nötig werden, um Trumps Drohungen umzusetzen.
Berichte: Erste Gespräche über möglichen US-Angriff
Dabei seien auch Optionen für mögliche Ziele diskutiert worden, etwa ein großangelegter Luftangriff auf mehrere Militäreinrichtungen im Iran, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Beamte. Demnach gibt es aber noch keinen Konsens über das weitere Vorgehen. Auch seien noch keine militärische Ausrüstung und Personal in Vorbereitung auf einen Angriff verlegt worden. Die US-Beamten hätten betont, dass diese Gespräche Teil der normalen Planung seien. Es gebe keine Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff, hieß es. Auch die «New York Times» berichtete, Trump habe noch keine Entscheidung gefällt.
Wie das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA unterdessen berichtete, stieg die Zahl der bei den seit knapp zwei Wochen andauernden Massenprotesten getöteten Menschen auf 116. Mehr als 2.600 weitere Menschen seien festgenommen worden. Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 185 Städten des Landes gegeben.
Solidaritäts-Demos in Berlin und Frankfurt
Aus Solidarität mit den Demonstranten im Iran gingen auch in Berlin und Frankfurt am Main Menschen auf die Straße. Rund 1.400 Menschen hätten sich in Berlin an einer Demonstration vom Kurfürstendamm zum Adenauerplatz beteiligt, sagte ein Sprecher der Polizei. Am Wittenbergplatz hätten sich rund 300 Menschen versammelt. In Frankfurt gingen nach Angaben der Polizei bei mehreren Veranstaltungen rund 1.800 Menschen auf die Straße.
Irans Staatsführung hatte die Massenproteste in der Islamischen Republik am Samstag heruntergespielt. In den meisten Städten habe Ruhe geherrscht, sagte ein Sprecher im Staatsfernsehen, wie laut Übersetzung aus einem Video der Nachrichtenagentur des staatlichen Rundfunkverbundes Iribnews hervorging.
«Euer langer Alptraum geht bald zu Ende»
Trump teilte unterdessen einen Post des republikanischen US-Senators Lindsey Graham auf der Plattform X, in dem dieser die iranische Staatsführung warnte, dass ihre Brutalität gegen das Volk nicht ohne Konsequenzen bleiben werde. An Irans Volk gerichtet schrieb Graham: «Euer langer Alptraum geht bald zu Ende.»
Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, bedankte sich auf X für Grahams Post. «Die Unterstützung der USA für die Iraner, die sich friedlich gegen die Unterdrückung durch die Islamische Republik wehren, spiegelt die grundlegenden Werte Amerikas wider», schrieb Pahlavi. «Das iranische Volk wird sich an seine Freunde erinnern, und ein freier, demokratischer Iran wird ein verantwortungsbewusster Partner für Frieden und globale Sicherheit sein.»
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 11. Januar 2026
