Energiewende-Projekt der Superlative: Bei Klostermansfeld im Landkreis Mansfeld-Südharz entsteht in den kommenden zwei Jahren Deutschlands größter Batteriespeicherpark. Den ersten Spatenstich setzte Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann heute gemeinsam mit Vertretern der Investoren. Die BW ESS errichtet auf einer rund 15 Hektar großen Fläche gut 1.100 Batterie-Container mit einer Leistung von einem Gigawatt und einer Kapazität von bis zu 5,7 Gigawattstunden. Damit lassen sich rund drei Millionen Haushalte mindestens vier Stunden lang mit Strom versorgen. Profitieren wird davon auch die Kommune.
Die Inbetriebnahme des Giga-Speicherparks ist für das dritte Quartal 2028 geplant. Dann soll er überschüssigen Wind- und Sonnenstrom aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Von Vorteil ist dafür der Standort an einem zentralen Netzknoten der künftigen Stromautobahn „Südostlink“, die von 2027 an Windstrom aus Sachsen-Anhalt in den Süden Deutschlands transportieren wird: Denn durch die Einspeisung auf Höchstspannungsebene stärkt der Speicher nicht nur die Versorgung von Industrie und Haushalten, sondern auch die Flexibilität der deutschen Übertragungsnetze.
Willingmann sagte: „Die Zukunft unserer Energieversorgung liegt in den Erneuerbaren. Diese Heimatenergien müssen nicht erst durch eine x-beliebige Meerenge, sondern sorgen direkt vor Ort für Wertschöpfung. Da die Sonne aber nicht immer scheint und der Wind nicht dauerhaft weht, braucht es leistungsstarke Speicheroptionen. Der Batteriepark in Klostermansfeld gehört hier zu den absoluten Leuchtturmprojekten in Deutschland und auch europaweit. Und das nicht allein aufgrund seiner enormen Kapazität, sondern auch mit Blick auf die smarte Einbindung ins Stromnetz, die Begrünungsmaßnahmen für Natur- und Sichtschutz sowie handfeste Vorteile für die Menschen vor Ort. Damit setzt Sachsen-Anhalt erneut Maßstäbe für eine starke und bezahlbare Energiezukunft.“
Gewerbesteuer bleibt in Klostermansfeld
Beim Betrieb von Großspeichern verbleibt der Löwenanteil der Gewerbesteuer seit 2025 vor Ort: Grundsätzlich fließen 90 Prozent (Anteil für die installierte Leistung) in die Gemeinden, in denen sich die Speicheranlagen befinden; die restlichen 10 Prozent werden nach dem Anteil der Arbeitslöhne verteilt. Geschäftssitz der Betreibergesellschaft soll nach Angaben des Investors Mansfeld sein. Die Höhe der Gewerbesteuer hängt dabei u.a. vom wirtschaftlichen Ergebnis des Betreibers ab. Zudem hat der Betreiber angekündigt, freiwillige Akzeptanzleistungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro zu zahlen, die u.a. lokalen Vereinen zugutekommen sollen. Unmittelbare wirtschaftliche Effekte entstehen zudem durch die Bauphase und auch während des Betriebs, etwa durch Dienstleistungen für Wartung, technische Prüfungen, Sicherheitsdienste oder Instandhaltung.
„Bei BW ESS sind wir stolz darauf, dass unsere Arbeit im Bereich der Energiespeicherung direkt zu einem resilienten modernen Energiesystem beiträgt. Wir haben uns langfristig verpflichtet, das Potenzial der Energiespeicherung in Deutschland zu heben. Der Batteriespeicher Klostermansfeld wird unser erstes deutsches Asset sein, das in den Bau geht. Wir werden auch künftig einen aktiven Ansatz im Wissenstransfer innerhalb unseres Portfolios verfolgen und dabei unsere umfassende Erfahrung aus etablierten globalen Märkten gezielt einbringen „, sagte Roberto Jiménez, Executive Director bei BW ESS.
Hintergrund:
Laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur waren Ende Mai 2026 in Sachsen-Anhalt 23 Großspeicher mit einer Kapazität von insgesamt rund 588 Megawattstunden in Betrieb. 30 weitere Projekte mit einer Gesamtkapazität von 1.567 Megawattstunden sind derzeit in Planung.
Die Rahmenbedingungen für Batteriegroßspeicher sind in Sachsen-Anhalt sehr günstig: ein hoher Anteil wetterabhängiger Stromerzeugung aus regenerativen Quellen (Ende 2025 je rund 5,8 Gigawatt installierte Wind- und PV-Leistung), eine leistungsfähige Netzinfrastruktur mit technisch geeigneten und zeitnah verfügbaren Anschlusspunkten, verfügbare Gewerbe- und Industrieflächen sowie viel Erfahrung der Behörden mit energiewirtschaftlichen Großprojekten.
Die Stärke von Großspeichern liegt in der kurzfristigen Flexibilität. Sie können innerhalb von Sekunden reagieren, Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen zeitlich verschieben, Regelenergie bereitstellen und zur Frequenz- und Spannungshaltung beitragen. Sie ersetzen aber weder den Ausbau der Stromnetze noch gesicherte Erzeugungsleistung für längere Dunkelflauten.
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Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt am 01. Juli 2026
Foto: Batteriespeicherpark bei Klostermansfeld (C) Credit: BW ESS
