Umweltministerium unterstützt Landkreis Börde mit 134.500 Euro
Sachsen-Anhalt zählt schon heute zu den trockensten Bundesländern – und dürfte durch den fortschreitenden Klimawandel künftig noch stärker von lang anhaltenden Dürre- und Hitzeperioden betroffen sein. Das Umweltministerium will daher den Wasserrückhalt in der Fläche stärken: Das kostbare Nass soll künftig nicht mehr schnell abfließen, sondern möglichst lange in Moorgebieten oder Flussauen zurückgehalten werden. Dafür notwendige Planungen und Investitionen werden vom Ministerium unterstützt. Umwelt-Staatssekretär Dr. Steffen Eichner überreichte heute einen Förderbescheid über rund 134.500 Euro an den Leiter des Dezernates „Infrastruktur und Umwelt“ des Landkreises Börde, Dr. Denis Gruber.
Kern des geförderten Projekts ist die Frage, wie sich der Wasserrückhalt im ca. 800 Hektar großen Naturschutzgebiet „Großes Bruch bei Wulferstedt“ verbessern lässt. Dafür werden zunächst detaillierte Daten u.a. zu Hydrologie, Geländestruktur und Wasserhaushalt gesammelt. Auf dieser Basis sollen dann konkrete Maßnahmen geplant werden, um die Funktion des Moorgebiets für den Biotop- und Artenschutz sowie als CO2-Speicher zu stärken.
Eichner betonte: „Durch den Klimawandel werden in den Sommermonaten auch in Sachsen-Anhalt Hitze- und Trockenphasen zunehmen und auch länger anhalten. Ich freue mich, dass der Landkreis Börde mit Blick auf diese Entwicklung den Wasserhaushalt im Großen Bruch zukunftsfest aufstellen will. Das unterstützen wir gern!“
Das Naturschutzgebiet „Großes Bruch bei Wulferstedt“ liegt im Niedermoorgebiet „Großes Bruch“, das sich von Oschersleben (Bode) im Landkreis Börde über den Landkreis Harz bis nach Niedersachsen erstreckt. Das Gebiet ist geprägt durch ein verzweigtes Grabensystem, Feuchtwiesen sowie extensiv genutztes, artenreiches Grünland, das als Mähwiese oder Weide genutzt wird. Durch die in den 1970er Jahren zur Entwässerung angelegten Gräben, die u.a. mit Stauanlagen versehen sind, ist das Niedermoor stark beeinträchtigt. Die akuten Trockenjahre vor allem seit 2018 haben die unzureichende Versorgung des Gebietes mit Wasser weiter verstärkt, die Böden trocknen weiter aus. Die Folge: Der Artenschutz leidet und der organische Boden setzt vermehrt CO2 frei. Durch mehr Wasserrückhalt soll die Zersetzung aufgehalten und neues Moorwachstum initiiert werden. Dabei sollen die landwirtschaftlichen Grünflächen weiterhin nutzbar bleiben.
Die Förderung in Höhe von rund 134.500 Euro läuft bis September 2027 und erfolgt über das Programm „Biodiversität, Schutzgebietssystem Natura 2000″; die Fördermittel stammen zu 80 Prozent von der EU (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, ELER) und zu 20 Prozent vom Land.
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Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt am 16. April 2026
Fotos (c) MWL

