Magdeburg. Mit dem Projekt „LebensRaum“ hat Magdeburg 2023 ein Angebot geschaffen, dass beim Übergang in das Erwachsenenleben unterstützt. Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 14 bis 26 Jahren, die von Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit bedroht oder bereits betroffen sind. Seit dem Projektstart wurden 100 Menschen, die sich in prekären Lebenssituationen befanden, bei der Suche nach einem sicheren und nachhaltigen Wohnraum begleitet.
„Eigenständigkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht stabile Grundlagen wie Wohnraum, Einkommen, Bildung und soziale Netzwerke“, betont Dr. Ingo Gottschalk, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Landeshauptstadt Magdeburg. „Damit kein junger Mensch durchs Raster fällt, sind Prävention und frühzeitige Unterstützung entscheidend, bevor Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit überhaupt entstehen. Hierfür braucht es Strukturen, die auffangen, stärken und Perspektiven eröffnen.“
Im Einklang mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit (NAP) wurde eine kommunale Gesamtstrategie zur Prävention und Beendigung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis zum Jahr 2030 entwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf jungen Menschen, die die Kinder- und Jugendhilfe verlassen (Care Leaver) und denen, die von bestehenden Hilfesystemen entkoppelt sind. Ziel ist es, sie nicht in Wohnungsnot oder Wohnungslosigkeit zu entlassen und damit den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu sichern.
Mit der Outlaw gGmbH verfügt die Landeshauptstadt über einen erfahrenen Projektpartner, der eng mit dem kommunalen Streetwork-Angebot zusammenarbeitet. Besonders gut angenommen wird die offene Anlaufstelle in der Raiffeisenstraße. Sie bietet Schutz- und Rückzugsräume für Beratungsgespräche und dient zugleich als niedrigschwelliger Treffpunkt. Gemeinsames Kochen, die Nutzung von Computern, Druckern, Duschen, Waschmaschinen sowie einer Kleiderkammer schaffen praktische Unterstützung im Alltag.
Großen Anklang findet zudem der „Wohnungsführerschein“ als Bestandteil des Projektes. In sieben Modulen werden grundlegende Kenntnisse rund um das Thema Wohnen vermittelt – von der Wohnungssuche, über notwendige Verträge und Kosten bis hin zu Fragen des Zusammenlebens mit der Nachbarschaft.
Kernstück des Projekts ist die Einzelfallarbeit im Rahmen des Case Managements. Die jungen Menschen entwickeln, unterstützt von den Fachkräften, individuelle Lösungsstrategien, setzen gemeinsam konkrete nächste Schritte um und bauen so langfristig neue Handlungskompetenzen und Perspektiven auf.
„Wenn junge Menschen freiwillig bei uns ankommen und um Hilfe bitten, sind sie bereit, Dinge zu verändern. Diesen Moment müssen wir nutzen“, erklärt Katharina Bertram, Projektmitarbeiterin im Team „LebensRaum“. Ihr Kollege Andreas John ergänzt: „Manchmal brauchen junge Menschen einen Mittler zwischen der Gesellschaft und ihrer Lebenswelt. Dabei helfen wir gern.“
Das Projekt unterstützt bei der Sicherung grundlegender Lebensverhältnisse. Dazu gehören unter anderem die Klärung von Leistungsansprüchen, die Vermittlung an soziale Wohneinrichtungen, die Beschaffung wichtiger Dokumente sowie die Bearbeitung von gesundheitlichen und finanziellen Belangen. Auf dieser Grundlage erfolgt die Begleitung bei der Wohnungssuche – von der Recherche über die Kontaktaufnahme zu Vermietern bis hin zur Unterstützung in den ersten Monaten nach dem Einzug.
Das Projekt „LebensRaum“ wird im Rahmen des Programms „JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
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Quelle: Landeshauptstadt Magdeburg am 07. Juli 2026
Smbolfoto: BDB / Pestel-Institut
