Der MDR-Rundfunkrat hat Kai Ostermann zu seinem neuen Vorsitzenden sowie Dietrich Bauer und Michael Ziche zu seinen Stellvertretern gewählt.
Kai Ostermann wird Vorsitzender des MDR-Rundfunkrats. Die Mitglieder wählten ihn am 26. Januar 2026 mit großer Mehrheit an die Spitze des Aufsichtsgremiums. Seine Amtszeit beginnt am 15. März 2026. Der Vorsitz des Rundfunkrates wechselt turnusgemäß nach den Vorgaben des MDR-Staatsvertrags.
Kai Ostermann gehört dem Rundfunkrat seit Dezember 2015 an. Seit Februar 2020 leitet er den Telemedienausschuss und ist in dieser Funktion auch Mitglied im Telemedienausschuss der Gremienvertreterkonferenz der ARD (GVK). Er ist vom Landesjugendring Thüringen e. V. in den Rundfunkrat entsandt. Für die Wahl zum Vorsitzenden war er aus der Landesgruppe Thüringen des MDR-Rundfunkrats vorgeschlagen worden.
Kai Ostermann: „Ich danke den Mitgliedern des Rundfunkrats herzlich für das Vertrauen. Der MDR trägt als unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk eine besondere Verantwortung für Information, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mitteldeutschland. Gemeinsam mit dem Rundfunkrat möchte ich dazu beitragen, dass der MDR diese Aufgabe auch in einer digitalen Medienrealität wirksam erfüllt und die Reformagenda der ARD aktiv mitgestaltet.“
Ostermann betonte zudem die Bedeutung einer konstruktiven Zusammenarbeit innerhalb der Gremienstruktur sowie mit Verwaltungsrat und Intendant. Entscheidend sei, dass der MDR seine Rolle als Mitglied der ARD und als am Gemeinwohl orientiertes Medienhaus weiter stärkt und seine Angebote im Fernsehen, im Radio und insbesondere im digitalen Raum konsequent weiterentwickelt. Dabei gehe es auch darum, die Interessen unterschiedlicher Generationen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Blick zu behalten und den öffentlich-rechtlichen Auftrag langfristig abzusichern.
Zum ersten Stellvertreter wurde Dietrich Bauer (Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens e. V.), zum zweiten Stellvertreter der bisherige Rundfunkratsvorsitzende Michael Ziche (Landkreistag Sachsen-Anhalt) gewählt.
Michael Ziche blickte auf die Arbeit des Gremiums in seiner Amtszeit als Rundfunkratsvorsitzender zurück: „Die vergangenen zwei Jahre waren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geprägt von großen Herausforderungen. Auf der einen Seite steht der gesellschaftspolitische Diskurs über die Rolle der Medien in einer zunehmenden Digitalisierung der Informationsverarbeitung und auf der anderen Seite die politische Erwartung, dass die vorhandenen Ressourcen genutzt werden, um auch zukünftig qualitativ hochwertige trimediale Angebote zu unterbreiten. Der Reformstaatsvertrag und die ausbleibende Rundfunkbeitrags-Anpassung sind dabei relevante Rahmenbedingungen. Im Rundfunkrat haben wir das berücksichtigt, intensiv gearbeitet und gemeinsam wichtige Entscheidungen getroffen. Wir haben uns mit den strategischen Weichenstellungen für den MDR als multimediales Medienhaus befasst. Regionalität als inhaltlicher Schwerpunkt und der Dialog mit den Menschen in Mitteldeutschland sind zentrale Bestandteile im MDR-Entwicklungsplan für die Jahre 2026-2029.
Zudem hat der Rundfunkrat den Vorschlag des Intendanten befürwortet, die beiden Programmdirektionen Halle und Leipzig zusammenzuführen, um stärker für kommende und bestehende Herausforderungen aufgestellt zu sein. Dafür wird Boris Lochthofen mit der Leitung der gemeinsamen Programmdirektion Halle/Leipzig betraut. Der Rundfunkrat teilt die Ziele des Intendanten, die unter anderem darin bestehen, Entscheidungswege zu verkürzen, Ressourcen optimal zu nutzen, Innovationen zu fördern und finanzielle Einsparungen zu generieren.
Der Rundfunkrat betonte auch im vergangenen Zeitraum die Relevanz eines vielfältigen Kindermedienangebots, indem der KiKA mit seiner Qualität überzeugt und die junge Zielgruppe informiert und unterhält. Zudem haben wir den ersten Governance Kodex der ARD verabschiedet. Dieser legt einheitliche Standards für Leitung und Aufsicht in allen ARD-Rundfunkanstalten fest.“
Der Rundfunkrat wählt seinen Vorsitzenden und einen ersten und zweiten Stellvertreter für die Dauer von zwei Jahren, wobei Vorsitzender und Stellvertreter aus verschiedenen Ländern kommen müssen. Der Vorsitz wechselt alle zwei Jahre zwischen den Ländern in der Reihenfolge Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. Der neue Vorsitz kommt daher nun turnusgemäß aus Thüringen.
Der MDR-Rundfunkrat wacht gemäß § 17 Abs. 1 MDR-StV darüber, dass der MDR seinen staatsvertraglichen Auftrag erfüllt. Er vertritt die Interessen der Allgemeinheit und trägt dabei der Vielfalt der Meinungen Rechnung. Die Mitglieder des Rundfunkrats sind nicht an Aufträge von Parteien oder Organisationen gebunden.
Foto: Michael Ziche, Kai Ostermann (Vorsitzender MDR Rundfunkrat), Dietrich Bauer (v.l.)
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