Gefährlicher Käfer aus Asien in Magdeburg: Bürger können helfen, Laubbäume zu schützen

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Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt mit Hauptsitz in Bernburg sagt dem Asiatischen Laubholzbockkäfer auch 2024 den Kampf an / Quarantänezone im Magdeburger Süden muss geringfügig erweitert werden

Bernburg/Magdeburg. Wieder hat sich in Magdeburg ein Fund des für die heimische Natur sehr gefährlichen Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) bestätigt. Darüber informiert die dafür zuständige Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) mit Hauptsitz in Bernburg. Das Tier wurde in einer zur Überwachung aufgehängten Falle gefangen. Damit beläuft sich die Zahl der Fallenfänge auf 18 seit dem Erstfund eines ALB im August 2014. In Folge des aktuellen Fundes musste auch die Quarantänezone in Magdeburg geringfügig in südlicher Richtung erweitert werden. Festgeschrieben ist das wiederum in einer entsprechend angepassten Allgemeinverfügung. Grundlage der Allgemeinverfügung ist ein Durchführungsbeschluss der EU vom 9. Juni 2015.

Warum ist der Asiatische Laubholzbockkäfer so gefährlich?

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist in Sachsen-Anhalt erstmalig 2014 im Stadtteil Rothensee der Landeshauptstadt Magdeburg in Erscheinung getreten. Von dem aus Asien stammenden Käfer geht ein enormes Schadpotential aus. Er kann nahezu alle gesunden heimischen Laubgehölze befallen. Diese müssen dann gefällt und vernichtet werden, damit sich die Art nicht weiter ausbreitet. Das Insekt ist aufgrund der von ihm ausgehenden Gefahr für Laubholzbestände in der Europäischen Union als sogenannter prioritärer Quarantäneschädling eingestuft.

Die Allgemeinverfügung legt daher fest, dass der LLG Baumfällungen und Schnittarbeiten an Gehölzen spezifizierter Pflanzen innerhalb der Quarantänezone, deren Durchmesser einen Zentimeter überschreitet, 14 Tage vor der Maßnahme anzuzeigen sind. Spezifizierte Pflanzen sind Ahorn, Birke, Esche, Linde, Hainbuche, Pappel, Blasenbaum, Haselnuss, Platane, Buche, Kastanie, Ulme, Erle, Kuchenbaum und Weide. Nach der Anzeige prüfen Experten der LLG das Material vor Ort auf Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer und legen Maßnahmen zur weiteren Behandlung des Materials fest.

Zudem ist ein geplanter Transport von Teilen der genannten Laubgehölze der LLG 14 Tage vorher anzuzeigen. Ziel der getroffenen Regelungen ist die Verhinderung der weiteren Ausbreitung des gefährlichen Schädlings und der Schutz des Baumbestandes in Magdeburg und dem Umland.

Die LLG bittet weiterhin um Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger. „Ziel unserer Bemühungen ist es, den Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer in Magdeburg vollständig zu tilgen. Die Zahl der Funde nimmt seit einigen Jahren ab. Wir sind damit auf einem guten Weg. Jede Verdachtsmeldung kann helfen, unsere heimischen Laubbäume zu schützen“, sagt Christian Wolff, Leiter des Dezernats Allgemeiner Pflanzenschutz, Pflanzengesundheit der LLG. Er verweist auf eine Hotline, die für den Asiatischen Laubholzbockkäfer eingerichtet wurde.

Unter der Telefonnummer 03471 334-253 können verdächtige Sichtungen und anstehende Fällungen und Transporte angezeigt werden. Zudem können Bürgerinnen und Bürger ihre Beobachtungen der LLG auch per E-Mail unter alb@llg.mule.sachsen-anhalt.de melden. Das ist auch schriftlich möglich an die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG), Dezernat 23 – Allgemeiner Pflanzenschutz, Pflanzengesundheit, Strenzfelder Allee 22, 06406 Bernburg (Saale). Die Behörde ist aufgrund des Befalls entsprechend einer EU-Verordnung für einzuleitende Maßnahme zuständig.

Die Mitarbeitenden oder Beauftragten der LLG kontrollieren mindestens einmal im Jahr alle Wirtspflanzen innerhalb der ca. 49 km² umfassenden Quarantänezone auf Anzeichen eines Befalls mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer, wie beispielsweise Saftfluss, Eiablagestellen, Ausbohrlöcher, Rindenschäden oder geschlüpfte Käfer. Werden solche Zeichen erkannt oder Käfer gefunden, sind diese sicherzustellen und der LLG zu melden.

Bisherige Fundorte:

Der Käfer wurde bisher gefunden im Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg in den Stadtteilen Neustädter See, Rothensee, Industriehafen und Gewerbegebiet Nord sowie im Bereich des Wiesenparks (Landkreis Jerichower Land) und in der Gemarkung Glindenberg (Landkreis Börde).

Wo befindet sich die Quarantänezone?

Die Koordinaten der Befallsbäume und die dazugehörige Quarantänezone sind auf der Homepage der LLG unter Themen, Pflanzenschutz, Asiatischer Laubholzbockkäfer verfügbar unter www.llg.sachsen-anhalt.de/themen/pflanzenschutz/alb.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet auf der Homepage der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG)unter llg.sachsen-anhalt.de/aktuelles.

Die LLG mit Hauptsitz in Bernburg-Strenzfeld ist Kompetenzzentrum und technische Fachbehörde für das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, für Behörden, Landwirtschaftsbetriebe und Verbände in Sachsen-Anhalt.

Titelfoto zeigt einen Baumkletterer der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) Sachsen-Anhalt auf den Wiesen am Magdeburger Elberadweg. Er schaut sich den Baum auf einen möglichen Befall an.

Fotos (c) LLG / Nora Stuhr

Foto 2: Die Quarantänezone in Magdeburg musste geringfügig erweitert werden.