Gedenken an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953: Innenministerin legt Gesteck an Gedenkstelen des Ministeriums nieder

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Magdeburg. Am 17. Juni 2026 jährt sich der Volksaufstand in der DDR zum 73. Mal. Aus diesem Anlass erinnerte Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang an die historische Bedeutung dieses Ereignisses. In Gedenken an den Mut der Demonstrierenden und die Opfer des Aufstands legte sie ein Blumengesteck an den Gedenkstelen vor dem Ministerium für Inneres und Sport nieder.

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 steht für den Mut Tausender, die sich gegen Unterdrückung erhoben haben und für Freiheit und Selbstbestimmung eintraten. Mehr als 50 Aufständische wurden damals getötet oder zum Tode verurteilt. Das SED-Regime inhaftierte rund 15.000 Bürgerinnen und Bürger und verurteilte Tausende unschuldige DDR-Bürger zu Haftstrafen. Bis heute mahnen uns die Geschehnisse vom 17. Juni 1953 sowie die Opfer des Volksaufstands, Freiheit und Demokratie zu schützen und aktiv zu verteidigen.“

Hintergrund:

Bei dem Volksaufstand protestierten Menschen in hunderten Orten der DDR für ihre Freiheit. Sie zogen vor die Gefängnisse, forderten oder erzwangen die Freilassung politischer Gefangener, bestreikten Betriebe und besetzten zahlreiche öffentliche Gebäude. Das SED‑Regime schlug die friedlichen Proteste mit Hilfe sowjetischer Truppen blutig nieder. Mindestens 55 Menschen kamen während und nach diesem Ereignis ums Leben. Etwa 15.000 Menschen wurden – oft willkürlich – festgenommen. Rund 1.800 Menschen wurden von DDR‑Gerichten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Auch sowjetische Militärtribunale verhängten Strafen von bis zu 25 Jahren Gefängnis und sogar Todesstrafen. In Sachsen-Anhalt beteiligten sich die Menschen an zahlreichen Orten am Volksaufstand, den Besetzungen sowie Streiks und trugen bei Demonstrationen lautstark ihre Forderungen vor.

In Magdeburg fanden die damaligen Proteste ihren Höhepunkt vor der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei (BDVP), dem heutigen Dienstgebäude des Ministeriums für Inneres und Sport. Dort versammelten sich tausende Demonstranten, von denen einige in das Gebäude gelangten und unter anderem die Freilassung der hier einsitzenden politischen Gefangenen forderten. Wie in der gesamten Stadt wurde die Demonstration auch vor der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei durch sowjetische Truppen brutal niedergeschlagen. Daran erinnern seit 2023 auch zwei Gedenkstelen, die Dokumente und Fotos zum Volksaufstand 1953 in Magdeburg zeigen.

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Quelle: Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt am 17. Juni 2026

Archivfoto (c) Matthias Piekacz