Die Crucchi Gang präsentiert am Freitag ihr neues Album „Ombrelloni & Gru“

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Mit „Ombrelloni & Gru“ legt die Crucchi Gang am Freitag (12. Juni) ihr drittes Album vor – und bleibt ihrer Idee treu: große deutschsprachige Songs in ein italienisches Licht zu tauchen, bis man sich fragt, welche Version eigentlich das Original ist.

Geboren wurde die Idee zur Crucchi Gang in Berlin, irgendwann nach dem Besuch eines Bob Dylan-Konzerts, beim gemeinsamen Biertrinken von Charlotte Goltermann, Sven Regener und Francesco Wilking: Deutschsprachige Musiker und Musikerinnen singen ihre eigenen Songs auf Italienisch – nun bereits auf Album Nummer 3! 

Der Albumtitel „Ombrelloni & Gru“ sagt schon alles: Sonnenschirme und Kräne, Ferien und Arbeit, Leichtigkeit und Industrie. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch das Album. Inspiriert von Italien als Sehnsuchtsort, Alltagskulisse und Erinnerungsraum versammelt die Platte Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Österreich, die Italien auf ganz eigene Weise in sich tragen – biografisch, musikalisch oder emotional.

Zu hören gibt es italienische Versionen von Songs unter anderem von Buntspecht, Fettes Brot, Dilla, SALÒ, Ideal, Hildegard Knef, Hannes Wader, Blumengarten und sogar David Bowie„Ombrelloni & Gru“ ist eine Platte über Italien – und über das, was zwischen Deutschland und Italien entsteht: mit Charme, Melancholie, Witz und sehr viel Amore.

Die Crucchi Gang selbst schreibt über ihr neues Album: 

Für das dritte Album haben wir diesmal mit einer Reihe von österreichischen und deutschen Künstler:innen arbeiten dürfen, die alle eine starke Verbindung zu Italien haben. Bei manchen ist der Vater Italiener, sie sind hier aufgewachsen, womit wir zurück zu unserem Thema kommen: Die Liebe zu Italien.

Man kann es nicht mal gendern – ein Gros der Crucchi Gang-Fans sind Gastarbeiter-Kinder.  Sie sind aufgewachsen mit einem Vater, der in Deutschland meist in der Fabrik arbeitete und einer Mutter, die zuhause war (70er und 80er Jahre). Sie singen begeistert auf unseren Konzerten mit und es geht nicht um den perfekten italienischen Akzent, sondern um Haltung, Liebe und Romantik. Und darum, dass wir uns alle ein gemeinsames Europa wünschen. Ob jemand hier den Text perfekt ausspricht oder eher nicht – das Gefühl ist und bleibt groß und ist offen für die Deutsch-Italienische Freundschaft.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Italien geschlossen. Es kamen viele Menschen aus dem tiefen Süden, um in Deutschland zu arbeiten – „Gastarbeiter“. Im Koffer hatten sie ihren Kaffee, ihre Pasta, das Olivenöl und den Parmesan, den es in der Nachkriegs-BRD noch nicht gab. In der Boulevardpresse waren sie „die Wilden“, „Die Messermänner“, Zuschreibungen, die nach ihnen auch Menschen aus der Türkei, Syrien und Afghanistan abbekommen haben. Am Küchentisch und am Fließband haben sie ihre Lieder gesungen, von Adriano Celentano und seinen 24000 Küssen, von Mina, die am Telefon Schluss macht und Gino Paoli dem der Geschmack von Meersalz eine vergangene Liebe ins Gedächtnis ruft.

Sie waren Gastarbeiter:innen und sollten/wollten bald wieder gehen. Aber manche blieben. Francesco Wilking ist mit seiner römischen Mutter und seinem Bremer Vater im Schwarzwald aufgewachsen, in Lörrach, wo das Stadtbild zu großen Teilen von Menschen aus Kalabrien, Apulien und Sizilien geprägt wurde und wird. Viele haben in den Stoff- Zahnpasta- und Schokoladen-Fabriken gearbeitet, wo alle Schilder und Beschriftungen auf Deutsch und Italienisch waren und es in der Kantine mittags Riesenschüsseln mit Pasta gab. In der Grundschule hatte Francesco genauso viele italienische wie deutsche Mitschüler:innen. Er hatte zwei Freundeskreise, hat Fußballbilder der Bundesliga und der Serie A getauscht, hat Angelo Branduardi und die Erste Allgemeine Verunsicherung gehört.  

Wir sind aufgewachsen mit italienischer Kultur und haben in der Musik früh diese Stereotypen kennen- (und lieben gelernt). Bei der Crucchi Gang haben wir uns diese angstfreie Liebe zur Musik abgeschaut: wir suchen uns große, deutsche Hits und wickeln sie in italienische Ennio-Morricone-Stoffe und behängen sie mit Disco-Lametta. Die Songs sind entweder die eigenen und geschrieben von Buntspecht, Fettes Brot, Dilla oder Salò oder wir covern die Hits von Ideal, Hildegard Knef oder Franz Josef Degenhardt (mit Fil Bo Riva und Alli NeumannClavdio, Sven Regener).

Diesmal wollten wir noch mehr Italien: nicht lange mussten wir Francesco überreden „Ragazzo Solo, Ragazza Sola“ von David Bowie (man kennt es als „Space Oddity“) zu singen – der Song ist auch der Fokustrack zum Albumrelease. Die Version lief damals recht erfolglos auf dem Festival in San Remo und es gibt – zugegeben – von David Bowie eine sehr schöne Version, die aber außer uns und Sven Regener quasi niemand kennt. In der Version von Francesco ist sie sehr eigen und perfekt für die Crucchi Gang und muss sich vor dem italienischen Geschwister nicht verstecken. 

Crucchi heißt „Scheiss-Deutsche“, ein Schimpfwort. Crucchi hat aber seit 2020, seit dem ersten Album der Crucchi Gang noch weitere Bedeutungen, nämlich: deutsche Lieder im italienischen Abendkleid, musikalischer Alpenpass, Freundschaft… Wir wünschen viel Vergnügen, eure Crucchi Gang

Text/Foto: Universal Music

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