Die Polizei hat 2025 so viele Vergewaltigungen erfasst wie seit Jahren nicht. Eine Abfrage der Welt am Sonntag bei allen Bundesländern nennt knapp 14.000 Fälle. Das sind 9 Prozent mehr als im Vorjahr. In mehreren Bundesländern sind nichtdeutsche Tatverdächtige übermäßig vertreten. Das gilt auch für die Gewaltkriminalität insgesamt. In Bayern ist jeder zweite Tatverdächtige ein Ausländer.
Die Menschenrechtlerin Seyran Ateş sieht ein mangelndes Problembewusstsein. Die Zahlen seien seit Jahren hoch, Prävention bleibe unzureichend.
Weltpolitikredakteurin Ricarda Breiten beschreibt eine wachsende Sensibilität für sexualisierte Gewalt. Frühere Urteile des Bundesgerichtshofs bewertet sie kritisch. Fälle seien teils nicht als Vergewaltigung gewertet worden, obwohl kein Einverständnis vorlag.
Justizministerin Stefanie Hubig kündigt Strafrechtsverschärfungen an. Der Deutsche Anwaltverein warnt vor übereilten Änderungen und verweist auf eine Diskrepanz zwischen erfassten Fällen und Urteilen.
Geplant sind strengere Regeln beim Einsatz von K.-o.-Tropfen, bei Gruppenvergewaltigungen und bei Fällen mit Schwangerschaft. Ein Gesetzentwurf liegt vor.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 13. April 2026
