Weltzugvogeltag am 9. Mai 2026: Kraniche sollen nach Vogelgrippeausbruch gezielter beobachtet werden

Veröffentlicht in: Heute in Sachsen-Anhalt | 0

Nach dem massiven Vogelgrippeausbruch 2025 werden die Brutbestände des Kranichs in diesem Jahr gezielter erfasst. An der bundesweiten Erhebung wird sich auch Sachsen-Anhalt beteiligen. Ziel ist es, herauszufinden, welchen Einfluss der Ausbruch der Geflügelpest auf die Populationsentwicklung genommen hat. „Nach ersten Rückmeldungen vieler Vogelbeobachter sind die Brutbestände zum Glück nicht so stark eingebrochen, wie zu befürchten war“, erklärte Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Freitag.

Aufgrund des Ausbruchs der Geflügelpest im vergangenen Jahr wurden bundesweit rund 19.000 tote Kraniche dokumentiert, 6.500 allein in Sachsen-Anhalt. Die hohe Zahl aus Sachsen-Anhalt hängt auch damit zusammen, dass es rund um den Helmestausee vergleichsweise einfacher war, Kadaver zu suchen und zu dokumentieren. In großräumigen Feuchtgebieten andernorts in Deutschland dürfte die Dunkelziffer höher ausgefallen sein.

Anlässlich des Weltzugvogeltags am Samstag weist Willingmann auch auf den erfolgreichen Schutz des Kranichs hin. „Kurz nach der Wiedervereinigung war der Kranich in Sachsen-Anhalt akut gefährdet, gerade einmal 35 Brutpaare wurden 1991 gezählt. Im vergangenen Jahr waren es hingegen 1.330 Paare. Das zeigt beispielhaft, wie wir mit Schutzmaßnahmen die Artenvielfalt bei uns im Lande bewahren und unsere Heimat lebenswerter gestalten können“, betonte Willingmann. 

Auch wenn die Vogelgrippe immer mal wieder ausbrechen kann, stehen die Chancen gut, dass sich die erfolgreiche Populationsentwicklung des Kranichs fortsetzen wird. Nach den großen Ausbrüchen der Geflügelpest im vergangenen Jahr dürften viele Kraniche und auch Gänse inzwischen eine Grundimmunität aufgebaut haben, den sogenannten Herdenschutz.

Dass der Klimawandel weiter fortschreitet, lässt sich auch an den Wanderungsbewegungen der Zugvögel immer stärker erkennen. Bei nahezu allen Zugvogelarten ist mittlerweile ein früheres Erscheinen im Brutgebiet in Sachsen-Anhalt zu verzeichnen. Dies betrifft sowohl im Mittelmeerraum überwinternde Kurzstreckenzieher wie Heidelerche, Kranich, Mönchsgrasmücke als auch Transsaharazieher wie Teichrohrsänger, Nachtigall und Pirol.

Viele Singvogelarten erscheinen heute mehr als zehn Tage früher als in früheren Jahrzehnten. Zeitgleich verschiebt sich der Wegzug nach hinten, so dass sich bei vielen Arten eine insgesamt verlängerte Aufenthaltszeit in Sachsen-Anhalt ergibt. Zunehmend überwintern Zugvögel im Lande, darunter Kranich, Rotmilan, Graugans, Zilpzalp und Mönchsgrasmücke.

Weitere Informationen zu Zugvögeln gibt es im FAQ unter: https://mwu.sachsen-anhalt.de/umwelt/naturschutz/faq-zugvoegel

——

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt am 08. Mai 2026

Foto © Yakubovich Dmitry – stock.adobe.com