Repräsentative ARD-Umfrage: Jeweils Mehrheit für Rückkehr der Vermögenssteuer und höhere Erbschaftssteuer

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Knapp zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) würden eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer befürworten. 29 Prozent sprechen sich dagegen aus. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des WDR ergeben, für die infratest dimap im April bundesweit 2.084 Menschen aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren befragt hat.

Zustimmung erhält eine Rückkehr zur Vermögenssteuer, die seit 1997 nicht mehr erhoben wird, neben Sympathisanten von Linke (88 Prozent), Grünen (87 Prozent) und SPD (84 Prozent) auch von Menschen, die der Union nahestehen (62 Prozent). Unter AfD-Anhängern sind 52 Prozent dagegen und 42 Prozent dafür.

Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer auf hohe Erbschaften wird ebenfalls mehrheitlich (61 Prozent) unterstützt; jeder Dritte (32 Prozent) ist dagegen. Auch hierfür zeigen sich Anhänger von Grünen (88 Prozent), Linke (85 Prozent), SPD (78 Prozent) und Union (64 Prozent) mehrheitlich offen, während unter Sympathisanten der AfD 62 Prozent dagegen sind und jeder Dritte (33 Prozent) dafür.

Insgesamt halten es derzeit 81 Prozent der Befragten für ungerecht, wie der wirtschaftliche Wohlstand in Deutschland verteilt ist. Für 15 Prozent ist der Wohlstand im Land dagegen gerecht verteilt. Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien kritisieren die Wohlstandsverteilung in Deutschland mehrheitlich als ungerecht. Besonders ausgeprägt ist das Ungerechtigkeitsempfinden in den mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in der Region Berlin und Brandenburg, wo es jeweils 90 Prozent ungerecht finden, wie der Wohlstand verteilt ist.

Grundsätzlich hat das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit in der deutschen Bevölkerung die meisten Anhänger: Für 42 Prozent ist es am wichtigsten, dass derjenige, der mehr leistet, auch mehr verdient. Jeder Dritte (32 Prozent) unterstützt in erster Linie die Verteilungsgerechtigkeit und findet es am wichtigsten, dass Unterschiede bei Einkommen und Vermögen nicht zu groß werden. 23 Prozent befürworten vor allem das Prinzip der Bedarfsgerechtigkeit, man solle sich besonders um die Schwachen in der Gesellschaft kümmern.

Die repräsentative Umfrage ist Teil der ARD-Aktion „Deine Meinung zählt!“. Ergänzend hat es dafür eine Online-Mitmachaktion gegeben, an der sich im April mehr als 70.000 Menschen beteiligt haben. Die Ergebnisse von „Deine Meinung zählt!“ fließen am Montag u.a. in die „Arena mit Markus Söder“ ein (Das Erste, 21 Uhr).

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Quelle: WDR Kommunikation am 27. April 2026

Foto (c) ARD