Bei einem verheerenden Brand in der Silvesternacht sind im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana rund 40 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 100 weitere wurden verletzt. Während die Ermittler mit der Identifizierung der Opfer beginnen, sind einige Fragen zu dem Unglück offen.
Wie kam es zu der Tragödie?
Gegen 01.30 Uhr stieg nach Angaben des Polizeichefs des Kantons Wallis, Frédéric Gisler, Rauch aus der bei Touristen beliebten Bar „Le Constellation“ auf. Kurz darauf alarmierte ein Zeuge die Polizei. Gisler zufolge wurde auch die Feuerwehr mobilisiert, die die Flammen demnach schnell unter Kontrolle bringen konnte, während die Verletzten versorgt wurden.
Die Behörden erklärten, Ermittlungen zum Brand eingeleitet zu haben. Zur Ursache wollten sie keine Spekulationen anstellen.
Zeugen berichteten, dass Kellnerinnen Champagnerflaschen, auf denen Wunderkerzen befestigt waren in die Höhe hielten. Dies sei Teil einer „Show“ für Gäste gewesen. Die Wunderkerzen seien der Decke sehr nahe gekommen und „plötzlich fing alles Feuer“, wurde ein Zeuge mit dem Namen Alex in italienischen Medien zitiert.
Wurden die Sicherheitsanforderungen eingehalten?
„Le Constellation“ befindet sich im Erdgeschoss eines Wohngebäudes und hat Platz für 300 Menschen sowie 40 weitere Personen auf der Terrasse, wie es auf der Website von Crans-Montana heißt. Mehrere Zeugen sagten, dass der Veranstaltungsraum im Untergeschoss, wo das Feuer ausbrach, nur durch eine Treppe mit dem Erdgeschoss verbunden sei. Einige beschrieben sie als „schmal“.
Die Generalstaatsanwältin des Wallis, Béatrice Pilloud, bestätigte dies jedoch nicht. Sie betonte, dass die Ursache der Tragödie noch untersucht werde. Auf Fragen von Reportern sagte sie, dass sie sich selbst ein Bild von der Lage gemacht habe. Die Ermittlungen würden feststellen, ob alle Sicherheitsstandards eingehalten wurden. Es sei noch zu früh, um sich dazu zu äußern, ob die Notausgänge den nötigen Standards entsprachen oder ob von den Organisatoren der Silvesterfeier die notwendigen Verfahren eingehalten wurden.
Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus mehreren Quellen, dass die Bar einem französischen Paar gehöre. Einem Angehörigen zufolge sind beide es wohlauf, aber seit der Tragödie nicht mehr erreichbar.
Wer sind die Opfer?
Die Behörden veröffentlichten zunächst keine Informationen über die Identität der Opfer. Die Bar war aber ein beliebter Treffpunkt für Touristen und bekannt dafür, junge Leute anzuziehen.
Laut Polizeichef Gisler ist davon auszugehen, dass unter den Opfern auch Ausländer sind. Die Schweizer Behörden stünden in engem Kontakt mit den Angehörigen, ebenso mit den verschiedenen betroffenen Botschaften.
Informationen über mögliche deutsche Todesopfer oder Verletzte lagen am Donnerstag nicht vor. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft in Bern stehe mit den Schweizer Behörden „in engem Kontakt“.
Nach Angaben des italienischen Außenministers Antonio Tajani wurden etwa 15 Italiener bei dem Feuer verletzt. Eine ähnliche Anzahl werde weiter vermisst. Das französische Außenministerium erklärte, dass mindestens neun Franzosen verletzt worden seien und acht weitere noch vermisst würden.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 02. Januar 2026
