Neue Berichte über den Einsatz von Starlink-Technologie durch russische Streitkräfte sorgen in der Ukraine für große Besorgnis. Nach Einschätzung von WELT-Reporter Christoph Wanner nutzen russische Truppen das satellitengestützte Internet inzwischen gezielt zur Steuerung von Kamikaze-Drohnen. Konkret sollen iranische Schahed-Drohnen mit Starlink-Modems ausgestattet worden sein, was ihre Reichweite deutlich erhöht und Angriffe auf bewegliche Ziele in Echtzeit ermöglicht. Dadurch könnten russische Drohnenpiloten weit hinter der Front aus Russland heraus Ziele in der gesamten Ukraine steuern. Besonders gefährdet seien logistische Einrichtungen wie Nachschub-Lkw, Treibstofftransporter und Züge im rückwärtigen Raum, da satellitengestützte Signale deutlich schwerer zu stören seien als herkömmliche Funkverbindungen.
An der Frontlage im Süden zeigt sich unterdessen eine angespannte, aber noch stabile Situation. Russische Truppen sind nach Angaben Wanners bis auf rund zwölf bis 15 Kilometer an die Provinzhauptstadt Saporischschja herangerückt, womit die Stadt in Reichweite konventioneller Artillerie und Drohnen geraten ist. Eine unmittelbare Bodenoffensive auf die Großstadt gilt jedoch derzeit als unwahrscheinlich, da der Fluss Konka ein natürliches Hindernis darstellt. Stattdessen könnten russische Einheiten versuchen, zunächst kleinere Orte östlich der Stadt einzunehmen, um anschließend mit freiwerdenden Kräften den Druck auf Saporischschja zu erhöhen.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 31. Januar 2026
