Russland und die Ukraine haben am Freitag neue Drohnenangriffe auf wichtige Hafenanlagen gemeldet. In der südukrainischen Region Odessa beschädigte ein russischer Angriff in der Nacht Hafeninfrastruktur, wie Regionalgouverneur Oleh Kiper mitteilte. In der Stadt Odessa wurden den Angaben zufolge zwei Menschen verletzt. Im russischen Schwarzmeerhafen Tuapse löste ein erneuter ukrainischer Drohnenangriff nach Angaben örtlicher Behörden einen Brand auf dem Gelände des Seehafenterminals aus. Verletzte gab es dort demnach nicht.
In Odessa wurde nach Angaben der Rettungsdienste eine Wohnung in einem 16-stöckigen Gebäude zerstört, das Dach geriet in Brand. In einem weiteren Hochhaus stand der zwölfte Stock in Flammen. Die ukrainische Seehafenbehörde teilte mit, Häfen im Großraum Odessa und an der Donau seien angegriffen worden. Dabei seien Anlege- und Lageranlagen beschädigt und Brände ausgelöst worden, die rasch unter Kontrolle gebracht worden seien. Die Häfen seien weiter in Betrieb.
Tuapse wurde nach russischen Angaben zum vierten Mal innerhalb einer Woche angegriffen. Insbesondere das Ölterminal des Schwarzmeerhafens sei Ziel der Angriffe gewesen. Die Behörden in der Region Krasnodar teilten auf Telegram mit, 128 Feuerwehrleute und 41 Einsatzfahrzeuge seien zur Brandbekämpfung ausgerückt. In dem Gebiet gilt seit Dienstag der Ausnahmezustand, nachdem ein Angriff einen Großbrand in einer Raffinerie ausgelöst, die Produktion unterbrochen und Ölverschmutzungen vor der Küste verursacht hatte. Der Brand war nach Angaben des örtlichen Gouverneurs am Donnerstagmorgen gelöscht.
Die Folgen der Angriffe beeinträchtigen nach Angaben der Behörden den Alltag in Tuapse. Schulen wurden geschlossen, Feiern zum Maifeiertag abgesagt. Die Gesundheitsbehörde riet den Einwohnern am Donnerstag, vorsorglich nur Wasser aus Flaschen zu trinken und kein Leitungswasser oder Wasser aus natürlichen Quellen zu nutzen. Die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor empfahl wegen erhöhter Benzolwerte in der Luft, Aufenthalte im Freien zu begrenzen und Fenster geschlossen zu halten. Einige Einwohner äußerten in Onlineforen Zweifel an den Versicherungen der Behörden, die Lage sei unter Kontrolle. „Wie wäre es, wenn sie uns besuchen kommt und unsere frische Luft probiert?“, kommentierte eine Person ein Video von Rospotrebnadzor-Chefin Anna Popowa, in dem diese sagte, die Situation in Tuapse berge keine Gesundheitsrisiken.
Ukrainische Drohnen trafen örtlichen Angaben zufolge zudem am Donnerstag eine Ölraffinerie nahe der russischen Stadt Perm im Ural, der zweite Angriff in Folge auf Ölanlagen in dieser Gegend. Das ukrainische Militär teilte mit, es habe zudem eine Raffinerie in der südrussischen Region Orenburg angegriffen. Beide Angriffe erfolgten rund 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Kiew hat seine Angriffe auf russische Raffinerien, Depots und Häfen in den vergangenen Wochen verstärkt und zielt nach eigenen Angaben darauf, Moskaus wichtigste Einnahmequelle für den Krieg in der Ukraine zu schwächen. Die Ukraine verweist zugleich darauf, dass russische Streitkräfte seit Monaten ukrainische Energieanlagen angreifen, mit vielen Opfern sowie Ausfällen von Strom und Heizung für Tausende Menschen in den Wintermonaten.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 01. Mai 2026
