Magdeburg. Sachsen-Anhalt geht beim Umgang mit privaten digitalen Geräten wie Smartphones oder Tablets an Schulen einen neuen Weg: Statt pauschaler Verbote setzt das Land auf klare Regeln, pädagogische Konzepte und mehr Eigenverantwortung der Schulen. Grundlage dafür ist eine neue Handreichung sowie ein digitales Online-Tool, die ab sofort allen Schulen zur Verfügung stehen.
Die Handreichung „Zwischen Schutzraum und Lernraum“, entwickelt in enger Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Bildung und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA), gibt Schulen einen praxisnahen Orientierungsrahmen für den Umgang mit privaten digitalen Geräten.
Digitale Medien sind fester Bestandteil der Lebenswelt junger Menschen. Das Land Sachsen-Anhalt setzt deshalb bewusst nicht auf einheitliche Verbotsregeln. Schulen sollen eigenständig entscheiden, wie private digitale Geräte im Schulalltag eingesetzt werden – abgestimmt auf Schulform, Altersstufe und pädagogisches Konzept. Zentrales Leitbild ist ein doppeltes Verständnis von Schule als Schutz- und zugleich als Lernraum. Einerseits sollen Risiken wie Ablenkung, Cybermobbing oder Datenschutzprobleme begrenzt werden. Andererseits sollen Schülerinnen und Schüler lernen, digitale Medien reflektiert, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.
Bildungsminister Jan Riedel (Foto): „Digitale Medien gehören zur Lebenswirklichkeit junger Menschen. Schule darf diese Realität nicht ausblenden, sondern muss sie aktiv gestalten. Sachsen-Anhalt geht hier einen klaren Weg: mehr Eigenverantwortung für Schulen, mehr Medienkompetenz für unsere Kinder und Jugendlichen und eine enge Einbindung der Eltern – auch über den Schulalltag hinaus.“
Ein zentrales Element ist die gemeinsame Entwicklung von Regeln im Trialog zwischen Lehrkräften, Lernenden und Erziehungsberechtigten. Dadurch sollen Akzeptanz, Transparenz und Verbindlichkeit gestärkt werden. Schulen erhalten damit nicht nur mehr Gestaltungsspielraum, sondern auch die Möglichkeit, alle Beteiligten aktiv einzubinden und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Ergänzend zur Handreichung stellt das Land ein Online-Tool bereit, das Schulen bei der Erstellung eigener Regelwerke unterstützt. Der digitale „Regelbaukasten“ ermöglicht es, passgenaue Lösungen zu entwickeln – von der Geräteordnung bis hin zu Elterninformationen und Beschlussvorlagen.
Sowohl die Handreichung als auch das Online-Tool sind über den Bildungsserver Sachsen-Anhalt abrufbar. Dort finden Schulen, Eltern sowie Kinder und Jugendliche zudem umfangreiche weiterführende Informationen und Materialien zur Medienbildung. Diese Angebote unterstützen dabei, den Medienkonsum altersgerecht zu gestalten – nicht nur im schulischen Kontext, sondern auch im Alltag und in der Freizeit. Sie geben praxisnahe Orientierung zu Themen wie Social Media, Datenschutz, Digital Balance und Medienerziehung und stärken damit den gemeinsamen Bildungsauftrag von Schule und Familie.
Die Landesregierung versteht den Umgang mit digitalen Geräten ausdrücklich als dynamischen Prozess. Die Regelungen sollen regelmäßig überprüft und an neue technologische Entwicklungen – etwa im Bereich Künstliche Intelligenz – angepasst werden.
Hintergrund
Materialien und Informationen zum Thema Medienbildung auf dem Bildungsserver: https://lsaurl.de/medienbildung
Online-Tool: https://www.bildung-lsa.de/geraetenutzung/
Handreichung „Zwischen Schutzraum und Lernraum – Empfehlungen für den Umgang mit privaten digitalen Geräten in der Schule“: https://doi.org/10.5281/zenodo.18780955
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Text/Foto: Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt am 09. Juni 2026
