Loslassen ist leichter gesagt als getan. Der Schlüssel liegt vermutlich darin, einfach dankbar für das Erlebte zu sein. Sich auf das zu konzentrieren, was man daraus gelernt hat. „What is love without the heartbreak?“, lautet ÁSDÍS‘ rhetorische Frage dazu auf ihrer neuen Single „The Art Of Letting Go“. Und passend zum Loslassen lässt sie auch alles Schillernde und Elektrifizierte hinter sich, um in vollkommen neue Klangregionen vorzudringen. Unter anderem von ihrem Nashville-Trip im letzten Jahr inspiriert, richtet die Wahlberlinerin ihren Fokus dieses Mal komplett auf klassische, organische Instrumentierung. Zwischen purer Singer/Songwriter-Introspektion und unwiderstehlichem Pop-Songwriting entsteht ein Sound, der zugleich intim und eingängig ist: „What if you had never taught me how to cry?“, fragt sie weiter über Akustik- und vereinzelten Slide-Gitarren – und findet dabei eine berührende Balance zwischen Melancholie und Dankbarkeit.
Gemeinsam mit den Co-Songwritern KODA (u.a. Apache 207) und Michael Burek („Wildberry Lillet“) von ihr selbst komponiert, klingt „The Art Of Letting Go“ zeitlos und klassisch – eine packende, ehrliche, unaufgeregte Midtempo-Hymne, die den Moment nach einer gescheiterten Beziehung beleuchtet, ja fast schon zelebriert: „Even though we didn’t make it, we were dumb enough to try“, singt ÁSDÍS mit rauer Ehrlichkeit und lässt einmal mehr ihre Ausnahmestimme abheben. Zwischen minimalistischen Strophen und dem epischen Finale entwickelt sie schließlich ihre ganz eigene Definition dieser lebensverändernden Kunstform: „Sometimes you gotta grow / That’s the art of letting go“.
„Der Titel beschreibt ziemlich gut, wo ich persönlich momentan stehe“, sagt ÁSDÍS selbst. „Ich will nicht mehr alles kontrollieren, lasse mich einfach vom Schicksal leiten. Es ist ein Liebeslied darüber, was es bedeutet, jemandem Zeit zu schenken, auch wenn es am Ende nicht funktioniert hat. Zeit ist das Wertvollste, was wir haben, und ich finde, wir sollten keinen einzigen Moment bereuen. Es ist ein ehrliches Statement über Herzschmerz und darüber, wie man daran wachsen kann, anstatt davon ausgebremst zu werden. Es geht darum, an Erinnerungen festzuhalten und gleichzeitig zu erkennen, dass man den nächsten Schritt machen muss. Und ja, auch für mich persönlich geht’s um genau dieses Loslassen.“
„Ich bekomme ein Baby, und dementsprechend wird dieses Popstarleben schon bald ganz anders aussehen, als ich es mir vorgestellt hatte. Auch klanglich ist es anders als meine bisherigen Songs. Wer mich jedoch kennt und die Musik, die ich liebe, wird mich dennoch darin wiedererkennen. Ich lasse Erwartungen los und konzentriere mich auf den Moment. Darauf, zu genießen. Frei zu sein, zu fallen und wieder aufzustehen. Es ist ein Song, zu dem man die Scheibe herunterlässt auf dem Weg zum Sommerhaus. Ins Meer rennt. Händchen hält und nachts ein Feuer macht.“
Text/Foto: Universal Music
